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Nuklidkarte und Zerfallsreihen

Jedes Kästchen ein Atomkern: Die Nuklidkarte ordnet alle bekannten Nuklide nach Protonen- und Neutronenzahl.

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Die Nuklidkarte

Aufbau der Nuklidkarte

Die Nuklidkarte ordnet nicht Elemente wie das Periodensystem, sondern jedes einzelne Nuklid in ein eigenes Kästchen.

  • Nuklid (Kl. 10):Kernsorte mit \(Z\) Protonen und \(N\) Neutronen, geschrieben \({}^{A}_{Z}\mathrm{X}\) mit Massenzahl \(A=Z+N\).
  • Waagerecht (x-Achse):Neutronenzahl \(N\) — nach rechts nimmt \(N\) zu.
  • Senkrecht (y-Achse):Protonenzahl \(Z\) — nach oben nimmt \(Z\) zu. Eine Zeile = ein Element.
  • Farbe des Kästchens:Zeigt die (dominante) Zerfallsart — oder ob das Nuklid stabil ist.
  • Stabilitätstal:Die schwarzen (stabilen) Nuklide bilden ein schmales Band. Kerne mit Neutronenüberschuss (rechts davon) zerfallen per β⁻, Kerne mit Neutronenmangel (links davon) per β⁺/EC, sehr schwere Kerne per α. EC (Elektroneneinfang): Der Kern fängt ein Hüllenelektron ein — auf der Karte derselbe Zug wie β⁺.

Interaktive Nuklidkarte

stabilαβ⁺β⁻Spaltungpn?
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Verschiebungssätze — wie Zerfälle auf der Karte wirken

Jede Zerfallsart ändert \(Z\) und \(N\) auf feste Weise — das Nuklid rückt um einen festen „Zug“ weiter (Verschiebungssätze).

  • α (Kl. 10):der Kern stößt einen Heliumkern \({}^{4}_{2}\mathrm{He}\) aus.
  • β⁻ (Kl. 10):im Kern wird ein Neutron zum Proton; ein Elektron und ein Antineutrino \(\bar{\nu}_e\) werden ausgesandt.
  • β⁺:ein Proton wird zum Neutron; ein Positron \(e^+\) (positives Elektron) und ein Neutrino \(\nu_e\) entstehen.
  • Eigenschaften:Reichweite und Abschirmung der Strahlungen folgen in 8.2.3.
Merke

Verschiebungssätze:

\(\alpha:\quad {}^{A}_{Z}\mathrm{X}\;\longrightarrow\;{}^{A-4}_{Z-2}\mathrm{Y}+{}^{4}_{2}\mathrm{He}\)

\(\beta^-:\quad {}^{A}_{Z}\mathrm{X}\;\longrightarrow\;{}^{A}_{Z+1}\mathrm{Y}+e^-+\bar{\nu}_e\)

\(\beta^+:\quad {}^{A}_{Z}\mathrm{X}\;\longrightarrow\;{}^{A}_{Z-1}\mathrm{Y}+e^++\nu_e\)

Nuklidkarte: Jedes Nuklid hat ein Kästchen: waagerecht \(N\), senkrecht \(Z\). Stabile Nuklide bilden das Stabilitätstal; Neutronenüberschuss führt zu \(\beta^-\), Neutronenmangel zu \(\beta^+\)/EC, sehr schwere Kerne zerfallen per \(\alpha\).

Züge: \(\alpha\): \(Z\) und \(N\) je \(-2\); \(\beta^-\): ein Neutron wird zum Proton; \(\beta^+\): ein Proton wird zum Neutron; \(\gamma\): bleibt im selben Kästchen.

Zerfallsreihen: \(\alpha\) ändert \(A\) um 4, \(\beta\) nicht. Deshalb gibt es genau vier Reihen (\(4n\), \(4n+1\), \(4n+2\), \(4n+3\)), jede endet stabil.

Zerfall\(Z\)\(N\)\(A\)Zug auf der Karte
α−2−2−42 nach links, 2 nach unten ↘
β⁻+1−1unverändert1 nach links, 1 nach oben ↖
β⁺/EC−1+1unverändert1 nach rechts, 1 nach unten ↘
γ00unverändertbleibt im selben Kästchen

Die vier Zerfallsreihen

α ändert \(A\) um 4, β gar nicht: Der Rest von \(A\) bei Division durch 4 bleibt in einer Reihe gleich. Daher gibt es genau vier Zerfallsreihen, jede endet stabil:

ReiheTypStartnuklid\(T_{1/2}\) des StartersEnde (stabil)in der Natur?
Thorium-Reihe\(4n\)\({}^{232}\mathrm{Th}\)\(1{,}4\cdot10^{10}\,\mathrm{a}\)\({}^{208}\mathrm{Pb}\)ja
Neptunium-Reihe\(4n+1\)\({}^{237}\mathrm{Np}\)\(2{,}1\cdot10^{6}\,\mathrm{a}\)\({}^{209}\mathrm{Bi}\)ausgestorben
Uran-Radium-Reihe\(4n+2\)\({}^{238}\mathrm{U}\)\(4{,}5\cdot10^{9}\,\mathrm{a}\)\({}^{206}\mathrm{Pb}\)ja
Uran-Actinium-Reihe\(4n+3\)\({}^{235}\mathrm{U}\)\(7{,}0\cdot10^{8}\,\mathrm{a}\)\({}^{207}\mathrm{Pb}\)ja
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Allgemeine Hinweise

Reihe am Rest erkennen

\(A\) durch 4 teilen: Der Rest verrät die Reihe. Beispiel \({}^{226}\mathrm{Ra}\): \(226=4\cdot56+2\) → Uran-Radium-Reihe (\(4n+2\)).

Züge auf der Karte

α: 2← 2↓ • β⁻: 1← 1↑ • β⁺: 1→ 1↓

A bleibt bei β

Nur der α-Zerfall ändert die Massenzahl (um 4). Deshalb: Anzahl α zuerst aus \(\Delta A\) bestimmen!

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