Der Geschwindigkeitsfilter
AFB I–IIEine Ionenquelle liefert einfach positiv geladene Ionen. Sie verlassen die Quelle mit sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten; für die anschließende Messung wird jedoch ein Strahl mit einheitlicher Geschwindigkeit gebraucht. Dazu dient ein Wien-Filter (Material M1): Die Ionen fliegen waagerecht in einen Plattenkondensator, in dem zugleich ein Magnetfeld senkrecht zur Zeichenebene steht. Nur wer geradeaus fliegt, trifft den Spalt der Blende am Ausgang.
Die Platten haben den Abstand \(d = 4{,}0\,\mathrm{cm}\) und liegen an der Spannung \(U = 600\,\mathrm V\); die Flussdichte beträgt \(B = 60\,\mathrm{mT}\). Die Ladung eines Ions ist \(q = 1{,}6\cdot 10^{-19}\,\mathrm C\); die Gewichtskraft darf vernachlässigt werden.
Die obere Platte ist positiv geladen, das elektrische Feld zeigt daher nach unten; das Magnetfeld steht senkrecht dazu und zeigt in die Zeichenebene hinein. Beide Felder stehen außerdem senkrecht auf der Flugrichtung. Eingezeichnet sind die elektrische Kraft \(F_\text{el} = q\,E\) und die magnetische Kraft \(F_\text{mag} = q\,v\,B\) für ein positives Ion; die Gewichtskraft ist vernachlässigbar klein.
- Begründen Sie mithilfe von Material M1, dass die elektrische und die magnetische Kraft auf ein positives Ion in entgegengesetzte Richtungen zeigen. Benutzen Sie für die magnetische Kraft die Drei-Finger-Regel der rechten Hand.
- Leiten Sie aus dem Kräftegleichgewicht die Durchlassgeschwindigkeit \(v = \frac{E}{B} = \frac{U}{d\,B}\) her und berechnen Sie ihren Wert für die angegebenen Einstellungen.
- Für eine weitere Messreihe sollen Ionen mit \(v = 4{,}0\cdot 10^{5}\,\mathrm{\frac{m}{s}}\) durchgelassen werden; \(B\) und \(d\) bleiben unverändert. Berechnen Sie die dafür nötige Spannung \(U\).
- Erklären Sie, warum ein Ion, das zu schnell bzw. zu langsam ist, den Spalt nicht erreicht, und geben Sie für beide Fälle die Ablenkrichtung an.
