Wie die Hallspannung entsteht
AFB I–IIZum Messen magnetischer Felder benutzt man im Praktikum eine Hallsonde. Ihr Herzstück ist ein dünnes Halbleiterplättchen, durch das ein Steuerstrom \(I = 20\,\mathrm{mA}\) längs hindurchfließt (Material M1). Das Plättchen ist \(b = 10\,\mathrm{mm}\) breit und \(d = 0{,}25\,\mathrm{mm}\) dick; die zu messende Flussdichte steht senkrecht auf seiner Fläche. Zwischen den beiden Längskanten misst ein hochohmiges Voltmeter die Hallspannung \(U_\text{H}\).
Im Halbleiter wird der Strom von freien Elektronen getragen. Laut Datenblatt beträgt ihre Dichte \(n = 1{,}0\cdot 10^{20}\,\mathrm{m^{-3}}\); die Elementarladung ist \(e = 1{,}60\cdot 10^{-19}\,\mathrm C\). Für die Hallspannung gilt \(\displaystyle U_\text{H} = \frac{B\,I}{n\,e\,d}\).
Gezeichnet ist nur ein stellvertretendes Elektron; im Gleichgewicht heben sich die beiden eingezeichneten Kräfte gerade auf. Der Querschnitt ist nicht maßstäblich — in Wirklichkeit ist das Plättchen 40-mal so breit wie dick. Die beiden Kontakte für die Hallspannung liegen einander genau gegenüber, sodass ohne Magnetfeld keine Spannung angezeigt wird.
- Erklären Sie mithilfe von Material M1, wie zwischen den beiden Längskanten des Plättchens eine Spannung entsteht, und begründen Sie, warum sie nicht beliebig weiter anwächst.
- Berechnen Sie die Hallspannung, die diese Sonde in einem Feld der Flussdichte \(B = 40\,\mathrm{mT}\) liefert.
- Die Sonde wird in den Luftspalt eines Magneten geschoben; das Voltmeter zeigt \(U_\text{H} = 0{,}35\,\mathrm V\) an. Bestimmen Sie die Flussdichte im Luftspalt.
- Ein Lernender schlägt vor, statt des Halbleiters ein gleich großes Kupferplättchen zu verwenden; in Kupfer ist \(n_\text{Cu} = 8{,}5\cdot 10^{28}\,\mathrm{m^{-3}}\). Berechnen Sie die Hallspannung dieses Plättchens für \(B = 40\,\mathrm{mT}\) und begründen Sie damit, warum Hallsonden aus dünnen Halbleiterplättchen gebaut werden.
