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Energie-Häufigkeits-Diagramme

Trägt man Häufigkeit gegen Energie auf, verrät schon die Form des Diagramms die Strahlungsart: α und γ zeigen scharfe Linien.

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Erklärung — warum drei Formen

Die drei charakteristischen Formen

Legt man die Energie-Häufigkeits-Diagramme übereinander, zeigt sich ein klares Muster:

  • α-Strahlung — Linien:Wenige scharfe Peaks bei festen Energien (typisch \(4\ \text{bis}\ 9\,\mathrm{MeV}\)). Jede Linie gehört zu einem bestimmten Zerfallsübergang.
  • β-Strahlung — kontinuierliches Band:Eine lückenlose Verteilung von fast 0 bis zu einer Maximalenergie \(E_{\max}\). Die meisten Elektronen tragen deutlich weniger als \(E_{\max}\).
  • γ-Strahlung — Linien:Ebenfalls scharfe Peaks („Photopeaks“), denn ein Kern sendet \(\gamma\)-Quanten nur mit ganz bestimmten Energien aus.

Der Grund: wie viele Teilchen sich die Energie teilen

Ob Linie oder Band, entscheidet sich daran, auf wie viele Teilchen die frei werdende Energie \(Q\) verteilt wird:

  • α: Zweikörperzerfall. Der Kern zerfällt in zwei Teile — Tochterkern und α-Teilchen. Impuls- und Energieerhaltung legen die Aufteilung eindeutig fest: Das α-Teilchen bekommt immer denselben Energiebetrag → Linie.
  • β: Dreikörperzerfall. Es entstehen drei Teilchen — Tochterkern, Elektron und (Anti-)Neutrino. Elektron und Neutrino können sich die Energie in beliebigem Verhältnis teilen → das Elektron nimmt jede Energie bis \(E_{\max}\) an → Band.
  • γ: diskrete Kernniveaus. Ein angeregter Kern springt zwischen festen Energiestufen. Die Differenz wird als \(\gamma\)-Quant fester Energie abgestrahlt → Linie.

Die drei Spektren vergleichen

Die drei Strahlungsarten im Vergleich: Linien bei α und γ, ein kontinuierliches Band bei β. Der Ablese-Cursor zeigt Energie und Häufigkeit an der gewählten Stelle.

SpektrumAblese-Cursor
2,0 MeV

α-Strahlung: scharfe Linien bei festen Energien — ein Zweikörperzerfall legt die α-Energie eindeutig fest.

Cursor-Energie–
Form–
Ursache–
Häufigkeit am Cursor–
Merke

Energieerhaltung beim β-Zerfall:

\(E_{\text{Elektron}}+E_{\text{Neutrino}}=E_{\max}=\text{const}\qquad\Longrightarrow\qquad 0\le E_{\text{Elektron}}\le E_{\max}\)

Summe

kontinuierliche

Drei Formen: α- und γ-Strahlung zeigen Linien bei festen Energien, β-Strahlung ein kontinuierliches Band bis \(E_{\max}\).

Grund: Beim α-Zerfall (zwei Teilchen) und beim γ-Übergang (feste Kernniveaus) liegt die Energie fest. Beim β-Zerfall teilen sich drei Teilchen die Energie.

Auswertung: Das Bandende liegt bei \(E_{\max}\), der gesamten frei werdenden Energie \(Q\).

Was das Diagramm verrät

Aus der Form allein liest du erstaunlich viel ab:

  • Strahlungsart:Linien → α oder γ; kontinuierliches Band → β. Die Energieskala hilft weiter (α typisch einige MeV, γ oft einige hundert keV).
  • Maximalenergie beim β:Wo das Band endet, liegt \(E_{\max}\) — und das ist genau die gesamte beim Zerfall frei werdende Energie \(Q\).
  • Historische Bedeutung:Das kontinuierliche β-Spektrum war um 1930 ein echtes Rätsel — erst das (viel später nachgewiesene) Neutrino löste es und rettete die Energieerhaltung.
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Allgemeine Hinweise

Form zuerst

Schau zuerst auf die Form: Linien → α/γ, Band → β. Danach hilft die Energieskala, α von γ zu unterscheiden.

E​max ist nicht der Mittelwert

Beim β tragen die meisten Elektronen deutlich weniger als \(E_{\max}\). Die Maximalenergie erreicht nur, wer dem Neutrino fast nichts lässt.

Energie geht nie verloren

Das „fehlende“ Stück beim β steckt im Neutrino. Die Energieerhaltung gilt immer — sie war der Grund, das Teilchen zu fordern.

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Vertiefung

α-, β- und γ-Spektren im Vergleich
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Das kontinuierliche β-Spektrum und das Neutrino
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