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Das Franck-Hertz-Experiment

Schießt man Elektronen durch Quecksilberdampf, passiert lange nichts — bis zu einer ganz bestimmten Spannung der Strom plötzlich einbricht.

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Erklärung — warum der Strom einbricht

Aufbau und Idee des Versuchs

In einer Röhre mit dünnem Quecksilberdampf sitzen drei Elektroden:

  • Kathode (K):Glüht und setzt Elektronen frei.
  • Gitter (G):Liegt auf der positiven Spannung \(U\) und beschleunigt die Elektronen auf \(E_\text{kin}=eU\).
  • Anode (A):Fängt die Elektronen auf — dahinter misst ein Gerät den Auffangstrom \(I\). Zwischen Gitter und Anode wirkt eine kleine Gegenspannung: Nur Elektronen mit genug Restenergie kommen an.

Elastisch oder inelastisch — die 4,9-eV-Schwelle

Auf ihrem Weg stoßen die Elektronen ständig mit Hg-Atomen zusammen. Wie der Stoß ausfällt, hängt allein von der Energie ab:

  • Unter 4,9 eV — elastisch:Das Elektron ist zu „arm“, um das Atom anzuregen. Es prallt ab wie eine Kugel und behält seine Energie nahezu vollständig.
  • Bei 4,9 eV — inelastisch:Jetzt passt die Portion genau. Das Elektron übergibt \(4{,}9\,\text{eV}\) auf einen Schlag an das Atom (Anregung) und bleibt fast bewegungslos zurück.
  • Danach:Das angeregte Hg-Atom fällt sofort zurück und sendet ein UV-Photon aus.

Die Kennlinie — Einbrüche im Takt

Erhöht man \(U\) langsam, zeichnet das Messgerät eine treppenartig steigende Kurve mit regelmäßigen Einbrüchen:

  • Strom steigt:Solange \(eU<4{,}9\,\text{eV}\), verlieren die Elektronen keine Energie — immer mehr erreichen die Anode.
  • Erster Einbruch bei 4,9 V:Kurz vor dem Gitter geben Elektronen ihre \(4{,}9\,\text{eV}\) ab, schaffen die Gegenspannung nicht mehr — der Strom fällt.
  • Weitere Einbrüche:Bei \(9{,}8\,\text{V}\) reicht die Energie für zwei Anregungen, bei \(14{,}7\,\text{V}\) für drei … Die Einbrüche folgen im festen Abstand von \(4{,}9\,\text{V}\).

Die Kennlinie selbst durchfahren

Der rote Punkt läuft auf der Kennlinie mit; die orangen Marken zeigen die Spannungen, bei denen ein Stromeinbruch auftritt.

KennlinieEinbruch (k⋅4,9 V)aktueller Punkt
U = 6,0 V

eU = 6,0 eV reicht für 1 Anregung. Bei jedem inelastischen Stoß verliert ein Elektron 4,9 eV — der Strom bricht ein. Nächster Einbruch bei 9,8 V.

Elektronenenergie \(eU\)–
mögliche Anregungen \(n\)–
nächster Einbruch–
UV-Photon \(\lambda\)–
Merke

Einbrüche und UV-Emission:

\(U_n=n\cdot\dfrac{\Delta E}{e}=n\cdot 4{,}9\,\text{V}\qquad\text{und}\qquad \lambda=\dfrac{hc}{\Delta E}=\dfrac{1240\,\text{eV⋅nm}}{4{,}9\,\text{eV}}\approx 253\,\text{nm}\)

Aufbau: Elektronen aus der Kathode werden durch die Spannung \(U\) zum Gitter beschleunigt; hinter dem Gitter wirkt eine kleine Gegenspannung, dahinter misst man den Strom.

Stöße: Unter \(4{,}9\,\mathrm{eV}\) sind die Stöße mit Hg-Atomen elastisch, bei \(4{,}9\,\mathrm{eV}\) inelastisch: Das Atom wird angeregt.

Kennlinie: Der Strom bricht bei \(4{,}9\,\mathrm V\), \(9{,}8\,\mathrm V\), \(14{,}7\,\mathrm V\) ein, im festen Abstand von \(4{,}9\,\mathrm V\).

Beweis: Atome nehmen nur bestimmte Energieportionen auf; das zurückfallende Atom sendet UV-Licht aus.

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Allgemeine Hinweise

Volt = Elektronenvolt

Weil \(E_\text{kin}=eU\) ist, entspricht jede Volt-Zahl direkt einer eV-Zahl. \(U=4{,}9\,\text{V}\) heißt: das Elektron hat \(4{,}9\,\text{eV}\).

Abstand statt Lage merken

Entscheidend ist der gleiche Abstand der Einbrüche (\(4{,}9\,\text{V}\)) — er verrät die Portionsgröße. Er ändert sich mit der Spannung nicht.

Elastisch ≠ energielos

Beim elastischen Stoß ändert das Elektron die Richtung, verliert aber wegen der viel größeren Atommasse fast keine Energie.

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Vertiefung

In den folgenden interaktiven Simulationen kannst du die Beschleunigungsspannung selbst hochregeln und die Kennlinie live entstehen sehen — inklusive der leuchtenden Schichten im Neon-Rohr, die wir im nächsten Kapitel deuten.

Franck-Hertz-Versuch — interaktive Simulation (LEIFIphysik)
▶ Simulation öffnen
Franck-Hertz-Röhre virtuell durchfahren (MintApps)
▶ MintApps öffnen
Franck-Hertz-Versuch einfach erklärt
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