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Energieerhaltungssatz

Aus dem Satz in Worten wird eine Gleichung: Anfangs- und Endzustand gleichsetzen, umstellen, einsetzen — so geht jede Anwendungsaufgabe.

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Einstieg — Eine Zahl, die sich nicht ändert

Aus einem Satz in Worten wird ein Gleichheitszeichen.

Ein Stein auf dem Turm und derselbe Stein kurz vor dem Aufprall — dazwischen bleibt eine Zahl gleich.

  • Oben und unten:Oben hat der Stein nur Lageenergie, kurz vor dem Aufprall nur Bewegungsenergie.
  • Dazwischen:Zu jedem Zeitpunkt ergeben beide Energien zusammen dieselbe Zahl.
  • Aus Klasse 7:Den Energieerhaltungssatz kennst du in Worten: Energie geht nicht verloren, sie wandelt sich um.
  • Jetzt neu:Daraus wird eine Gleichung — ein Werkzeug für Geschwindigkeiten und Höhen, die niemand gemessen hat.
  • Der Clou:Du brauchst dafür oft weniger Angaben, als du denkst.
Merke

Energieerhaltung als Gleichung

Satz: Energie geht nicht verloren, sie wandelt sich um. Zu jedem Zeitpunkt ergeben die Energieformen zusammen dieselbe Zahl.

Werkzeug: Daraus wird eine Gleichung, mit der man unbekannte Geschwindigkeiten und Höhen berechnen kann.

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Erklärung — E₁ = E₂ — und plötzlich fehlt keine Angabe mehr

Zwei Energieformeln, ein Gleichheitszeichen dazwischen.

Vom Satz zur Gleichung

Der Satz aus Klasse 7 lässt sich direkt als Gleichung schreiben.

  • Abgeschlossenes System:Darin bleibt die Gesamtenergie konstant.
  • Zwei Energieformen:Wird die eine kleiner, wird die andere um genau denselben Betrag größer.
  • Folge:Die Energie vorher ist genauso groß wie die Energie nachher.
Merke

Der Energieerhaltungssatz als Gleichung:

Evorher = Enachher

Evorher: Die Energie im Anfangszustand, links vom Gleichheitszeichen.

Enachher: Die Energie im Endzustand, rechts vom Gleichheitszeichen.

Terme: Auf beiden Seiten stehen die Energieformeln.

Voraussetzung: In einem abgeschlossenen System bleibt die Gesamtenergie konstant. Wird eine Energieform kleiner, wird die andere um denselben Betrag größer.

Vier Schritte: 1. Anfangszustand, 2. Endzustand, 3. Energieterme beider Zustände aufschreiben, 4. gleichsetzen und nach der gesuchten Größe umstellen.

Masse: Beim Fall steht m auf beiden Seiten und kürzt sich weg: Die Geschwindigkeit hängt nicht von der Masse ab, die Energie schon.

Links eine Energieformel, rechts eine andere — fertig ist eine Gleichung, die du nach der unbekannten Größe umstellen kannst.

Das Vier-Schritte-Rezept

Jede Aufgabe in diesem Kapitel löst du nach demselben Muster:

  • 1. Anfangszustand:Meist der Moment, in dem der Körper ruht oder ganz oben ist.
  • 2. Endzustand:Meist der Moment, nach dem gefragt wird.
  • 3. Energieterme:Schreibe für beide Zustände auf, welche Energieform jeweils darin steckt.
  • 4. Gleichsetzen:Setze beide Terme gleich und stelle nach der gesuchten Größe um.

Der schönste Trick: die Masse kürzt sich weg

Fällt ein Körper aus der Höhe h herunter, wird seine gesamte Lageenergie zu Bewegungsenergie:

Merke

Fall aus der Höhe h:

m · g · h = ½ · m · v²

links: Die Lageenergie oben, m · g · h.

rechts: Die Bewegungsenergie unten, ½ · m · v².

m: Steht auf beiden Seiten — man darf durch m teilen, die Masse verschwindet.

Merke

Aufprallgeschwindigkeit:

g · h = ½ · v²  ⇒  v = √(2 · g · h)

Die Aufprallgeschwindigkeit hängt nur von der Fallhöhe ab, nicht von der Masse.

Genau das soll Galilei am schiefen Turm von Pisa gezeigt haben.

  • Sein Versuch:Eine schwere und eine leichte Kugel kommen gleichzeitig unten an.
  • Der Grund:Das m steht auf beiden Seiten der Gleichung und fällt weg.
  • Aber:Die Energie selbst hängt von m ab — doppelte Masse, doppelte Energie. Nur die Geschwindigkeit nicht.
  • Neuer Rechenschritt:Beim Umstellen nach v ziehst du zum Schluss die Wurzel.

Interaktiv: Der Turmspringer

Zwei Springer, 40 kg und 80 kg, stehen auf unterschiedlich hohen Plattformen. Die Frage: Wer kommt schneller im Wasser an — und spielt die Masse wirklich eine Rolle?

Die Masse kürzt sich heraus

Halte fest: Ohne Reibung hängt die Geschwindigkeit beim Auftreffen nur von der Höhe ab, v = √(2 · g · h) — die Masse steckt zwar in der Energie, aber nicht in der Geschwindigkeit.

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Allgemeine Hinweise

Fehlende Masse ist kein Problem

Beim Skater auf der Rampe steht keine Masse im Text — sie wird auch nicht gebraucht. In m · g · h = ½ · m · v² steht m auf beiden Seiten und kürzt sich weg.

Die Wurzel nicht vergessen

Nach dem Umstellen steht v² = 2 · g · h da, nicht v. Erst die Wurzel liefert das Ergebnis: v = √(2 · 9,81 · 5) = √98,1 ≈ 9,9 m/s.

Zum Schluss die Rechenprobe

Rechne beide Seiten der Gleichung getrennt aus. Stimmen sie nicht ungefähr überein, steckt irgendwo ein Fehler — kleine Abweichungen sind nur Rundung.

Aus dem Unterricht

Die erste Rechnung mit dem Energieerhaltungssatz

Das Auto am Abhang — die Einführungsaufgabe, an der die ganze Umformung Zeile für Zeile entstanden ist.

Ein Auto (1650 kg) rollt aus dem Stillstand einen 2,5 Meter hohen Abhang herunter — ohne Reibung, die gesamte potenzielle Energie wird also zu kinetischer Energie. Berechne die Geschwindigkeit am unteren Ende des Abhangs.

Die Umformung an der Tafel

Ekin = Epot
½ · m · v² = m · g · h| : m
½ · v² = g · h| · 2
v² = 2 · g · h| √
v = √(2 · g · h)
Der Aha-Moment: Die 1650 kg werden gar nicht gebraucht — die Masse steht auf beiden Seiten und kürzt sich weg, Kleinwagen und LKW sind unten gleich schnell. Die fertige Formel v = √(2 · g · h) gilt für jeden Körper, der ohne Reibung aus der Höhe h herunterkommt.

Unterrichtsmitschrift „Einführung: Rechnen mit dem EE-Satz“ · Arbeitsblatt „Energieerhaltungssatz beim Turmspringen“

Videos zum Rechnen mit der Energieerhaltung