Warum man Projektor und Mikroskop nicht mit derselben Kenngröße vergleichen kann.
Die Geräte dieses Kapitels zerfallen in zwei Gruppen mit zwei verschiedenen Kenngrößen.
Winkelvergrößerung — Kenngröße der sehwinkelvergrößernden Geräte:
V = tan α′ / tan α
α: Sehwinkel ohne Gerät, gemessen in der deutlichen Sehweite s0 = 25 cm.
α′: Sehwinkel mit Gerät.
: Das Gerät vergrößert nicht den Gegenstand, sondern den Winkel, unter dem er ins Auge fällt.
Zwei Gegenstände, zwei Entfernungen: Welcher erscheint dem Auge größer? Sechs Runden zeigen, wie der Sehwinkel mit der Entfernung wächst.
Halte fest: Wie groß etwas auf der Netzhaut erscheint, bestimmt allein der Sehwinkel, tan α = G : g — ein kleiner Gegenstand in der Nähe kann einen riesigen in der Ferne verdecken. Genau deshalb vergleicht man Sehwinkel immer in der deutlichen Sehweite s0 = 25 cm.
Drei Punkte, die die beiden Geräteklassen sauber auseinanderhalten:
„Wie groß ist das Bild?“ ist nur bei abbildenden Geräten sinnvoll. Beim Fernrohr lautet die Frage: um welchen Faktor wächst der Sehwinkel?
β und V nicht verwechseln: β ist ein Längenverhältnis, V ein Winkelverhältnis. Beide sind einheitenlos.
Bezug für α ist immer die deutliche Sehweite s0 = 25 cm — sonst sind die Zahlenwerte von V nicht vergleichbar.