Aus dem Pfeil wird ein Zahlenpaar. Wie man Vektoren zeichnet, abliest und addiert — komponentenweise statt mit Lineal und Zirkel.
Legt man ein Koordinatensystem über die Zeichnung, wird aus jedem Kraftpfeil ein Paar von Zahlen.
Das Bild dazu ist eine Schatzkarte:
Vektoren Einstieg
Zahlenpaar: Im Koordinatensystem wird ein Pfeil durch zwei Zahlen beschrieben: Schritte waagerecht und Schritte senkrecht.
Vorteil: Mit den Zahlenpaaren lässt sich die resultierende Kraft ausrechnen, ohne zu zeichnen.
Vektoren im Koordinatensystem sind Pfeile, die durch ein Zahlenpaar \(x\) und \(y\) dargestellt werden.
Wie zeichnet man einen Vektor in ein Koordinatensystem?:
\( \vec{v} = \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} \)
Schritt 1: Einen beliebigen Anfangspunkt wählen.
Schritt 2: \(x\) Schritte nach links oder rechts, dann \(y\) Schritte nach oben oder unten.
Schritt 3: Anfangspunkt und Endpunkt verbinden. Der Pfeil zeigt zum Endpunkt.
Vektor: Ein Vektor ist durch seine Koordinaten festgelegt. Sein Anfangspunkt ist beliebig, alle gleich langen und gleich gerichteten Pfeile sind derselbe Vektor.
Addieren: Vektoren addiert man komponentenweise: x zu x und y zu y. Zeichnerisch setzt man die Spitze des einen an den Fuß des anderen.
Schreibweise:
\( \vec{v} = \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} \)
\(\vec{v}\): Gelesen: „der Vektor \(\vec{v}\) mit den Koordinaten \(x\) und \(y\)“.
Spalte: Beide Zahlen stehen untereinander in einer Klammer: die Spaltenschreibweise.
Beispiel zur Zeichnung:
\( \vec{v} = \begin{pmatrix} 3 \\ 2 \end{pmatrix} \)
\(A\): Anfangspunkt: von hier aus 3 nach rechts, dann 2 nach oben.
\(E\): Endpunkt. Der Pfeil von \(A\) nach \(E\) ist \(\vec{v}\).
Schritt 1 sagt ausdrücklich: Der Anfangspunkt ist beliebig.
Sind zwei Vektoren als Zahlenpaare gegeben, braucht die Summe kein Parallelogramm mehr:
Komponentenweise addieren:
\( \vec{a} + \vec{b} = \begin{pmatrix} a_x \\ a_y \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} b_x \\ b_y \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} a_x + b_x \\ a_y + b_y \end{pmatrix} \)
Oben zu oben, unten zu unten. Die \(x\)-Zeile und die \(y\)-Zeile werden nie miteinander vermischt.
Beispiel 1 · zwei Kräfte:
\( \vec{F}_{Res} = \begin{pmatrix} 2 \\ 3 \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} 1 \\ 4 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 3 \\ 7 \end{pmatrix} \)
Dieselbe Aufgabe brauchte im letzten Kapitel noch ein Parallelogramm. Hier ist sie in einer Zeile erledigt.
Derselbe Rechenweg in allen Zwischenschritten, für \(\vec{a} = \begin{pmatrix} 1 \\ 2 \end{pmatrix}\) und \(\vec{b} = \begin{pmatrix} 3 \\ 1 \end{pmatrix}\):
Gezeichnet sieht dieselbe Aufgabe so aus:
| Weg | So geht es | Ergebnis | Man braucht |
|---|---|---|---|
| Parallelogramm | Beide Pfeile vom selben Anfangspunkt, zwei Parallelen, Diagonale | \(\begin{pmatrix}3\\7\end{pmatrix}\) | Lineal und Geodreieck |
| Spitze an Fuß | \(\vec{F}_2\) an die Spitze von \(\vec{F}_1\) setzen, Anfang mit Ende verbinden | \(\begin{pmatrix}3\\7\end{pmatrix}\) | Lineal |
| komponentenweise | \(x\) zu \(x\), \(y\) zu \(y\) addieren | \(\begin{pmatrix}3\\7\end{pmatrix}\) | nur Kopfrechnen |
Beide Ansichten zeigen dieselbe Summe der vier Koordinaten. Der Schalter „Anfangspunkt verschieben“ führt vor, dass ein Vektor seinen Platz wechseln darf, ohne ein anderer zu werden.
Pfeiltasten verändern den ersten Vektor, Enter wechselt die Ansicht.
Halte fest: Bei festen Zahlen bleibt der rote Pfeil in beiden Ansichten derselbe, denn die gestrichelte Parallele zu \(\vec{b}\) ist \(\vec{b}\) selbst an anderer Stelle. Reicht die Summe über die Marke 6 hinaus, vergrößert sich das Koordinatensystem automatisch.
Drei häufige Stolperstellen
Ein Vektor muss nicht im Ursprung anfangen: Schritt 1 lautet beliebigen Anfangspunkt wählen, der Ursprung ist nur bequem. Jede Stelle ist richtig, solange die Verschiebung stimmt.
Das Vorzeichen entscheidet über die Richtung: Positives \(x\) heißt rechts, negatives links; positives \(y\) oben, negatives unten. Bei \(\begin{pmatrix}-3\\5\end{pmatrix}\) geht man 3 nach links und 5 nach oben.
Beim Addieren wird nicht über Kreuz gerechnet: Komponentenweise heißt obere Zahl plus obere, untere plus untere. Die \(x\)-Zeile und die \(y\)-Zeile bleiben streng getrennt.