Die umgekehrte Frage
Eine Firma hat zwei Maschinen. \(A\) stellt 60 % der Teile her, davon sind 5 % defekt. \(B\) stellt 40 % her, davon sind 10 % defekt.
- Baum:natürliche Reihenfolge — erst die Maschine, dann der Befund \(D\) (defekt).
- Frage:Ein Teil ist defekt. Wie wahrscheinlich stammt es von \(A\)?
- Rückschluss:von der 2. Stufe (Befund) zurück auf die 1. Stufe (Maschine).
- Trick:mit Anzahlen statt Anteilen denken, z. B. mit 100 Teilen.
Lege die 100 Teile um: erst nach Maschine ordnen, dann nach dem Befund. Lies ab, woher die defekten Teile stammen.
Halte fest: Von den 7 defekten Teilen stammen nur 3 von \(A\) — also \(P_D(A)=\frac{3}{7}\approx0{,}43\), obwohl \(A\) mehr Teile herstellt.
Umgekehrte Frage: Gefragt ist ein Rückschluss von der 2. Stufe (Befund) zurück auf die 1. Stufe.
Trick: Mit Anzahlen statt Anteilen denken, zum Beispiel mit 100 Teilen.
Merksatz: Es zählen nur die Fälle mit dem Befund: Von allen defekten Teilen fragt man nach dem Anteil, der von \(A\) stammt.
Rückschluss mit der Formel
Im umgekehrten Baum steht \(D\) auf der ersten Stufe. Die Produktregel gilt dort genauso.
Herleitung:
Rückschluss: Im umgekehrten Baum steht \(D\) auf der ersten Stufe; die Produktregel gilt dort genauso.
\(P_D(A)=\dfrac{P(A\text{ und }D)}{P(D)}\)
Nenner: \(P(D)\) ist die Summe aller Pfade, die zu \(D\) führen.
Allgemeine Hinweise
Richtung nicht verwechseln
\(P_A(D)=0{,}05\): A liefert ein defektes Teil. \(P_D(A)\approx0{,}43\): ein defektes Teil kommt von A. Zwei verschiedene Fragen.
Nenner: alle Wege ins Ziel
\(P(D)\) sammelt alle Pfade, die mit \(D\) enden — nicht nur den Pfad über \(A\).
1000 statt 100
Werden die Anzahlen krumm, einfach mit 1000 oder 10 000 Teilen rechnen.
