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Additionsverfahren

Beide Gleichungen so multiplizieren, dass sich eine Variable beim Addieren weghebt — und aus zwei Unbekannten wird eine. Das dritte der drei Lösungsverfahren, Schritt für Schritt.

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Die Idee: eine Variable wegaddieren

Beim Additionsverfahren addierst du die beiden Gleichungen so, dass sich die Terme einer Variablen aufheben. Dazu müssen ihre Koeffizienten Gegenzahlen sein.

  • Gegenzahlen:gleicher Betrag, verschiedenes Vorzeichen, z. B. \(6\) und \(-6\).
  • Multiplizieren:eine Gleichung darf mit jeder Zahl \(\lambda\neq0\) multipliziert werden.
  • Ganze Gleichung:jeder Summand links und die Zahl rechts werden multipliziert.
  • Addieren:linke Seiten und rechte Seiten jeweils addieren.
  • Ergebnis:eine Gleichung mit nur einer Variablen.
Multipliziert wird die ganze Gleichung
Gleichung I wird mit 5 multipliziertI:3x− 2y=11· 5· 5· 55 · I:15x− 10y=55Die rechte Seite wird am häufigsten vergessenauch hierauch hier

Der Faktor \(5\) trifft jeden einzelnen Summanden. Auch die Zahl rechts vom Gleichheitszeichen wird multipliziert — sonst entsteht eine Gleichung mit einer anderen Lösungsmenge.

Merke

Additionsverfahren: Die beiden Gleichungen werden so addiert, dass sich eine Variable aufhebt; dazu müssen ihre Koeffizienten Gegenzahlen sein (gleicher Betrag, verschiedenes Vorzeichen).

Multiplizieren: Eine Gleichung darf ganz, also auf beiden Seiten, mit einer Zahl \(\lambda\neq0\) multipliziert werden.

Addieren: Linke und rechte Seiten werden addiert (\(\text{I}+\text{II}\)); es bleibt eine Gleichung mit nur einer Variablen.

Schritt für Schritt durchgerechnet

Addieren, bis eine Variable verschwindet
I:6x+ 7y=29II · (−2):−6x+ 10y=−12+Summe:0+ 17y=176x und −6x ergeben zusammen 0y = 1

Gleichung II wird mit \(-2\) multipliziert, damit vor \(x\) genau die Gegenzahl von \(6\) steht. Bei der Addition ergeben \(6x\) und \(-6x\) zusammen null, sodass nur noch \(y\) übrig bleibt.

  • Sofort addieren:bei \(5x+2y=16\) und \(3x-2y=8\) sind \(+2y\) und \(-2y\) schon Gegenzahlen: \(8x=24\).

Passt kein Koeffizient in den anderen, erweiterst du beide Gleichungen auf das kleinste gemeinsame Vielfache.

  • Runden:mit Brüchen weiterrechnen, erst das Endergebnis runden.
Merke

Richtiger Faktor: Ist ein Koeffizient ein Vielfaches des anderen, genügt ein Faktor; danach sind die Koeffizienten einer Variablen Gegenzahlen, z. B. \(-10y\) und \(+10y\).

Kein Vielfaches: Beide Gleichungen werden auf das kleinste gemeinsame Vielfache (kgV) der Koeffizienten erweitert.

Zurücksetzen: Den gefundenen Wert in eine Gleichung einsetzen, die zweite Variable berechnen und die Lösung als Paar \(L=\{(x\,|\,y)\}\) angeben.

Runden: Mit Brüchen weiterrechnen, erst das Endergebnis runden.

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Der Faktor-Finder

Nur ein passender Faktor lässt eine Variable verschwinden. Im ersten Modus wird nur II erweitert, im zweiten bekommt jede Gleichung einen eigenen Faktor.

Probiere aus, welcher Faktor tatsächlich eine Variable verschwinden lässt. Die Regler verändern die Faktoren, mit denen die Gleichungen multipliziert werden; die Balken zeigen die Koeffizienten in der Summe \(\mu\cdot\text{I} + \lambda\cdot\text{II}\). Wird ein Balken zu null, fällt diese Variable weg.

Faktor-Finder

I:6x + 7y = 29λ · II:3x − 5y = 6+Summe:9x + 2y = 35Koeffizienten in der Summe0vor xvor y92kgV-Vorschlag

Die Regler lassen sich mit den Pfeiltasten bedienen; die Grafik selbst ist mit Tab erreichbar: Pfeil links und rechts ändern lambda, Pfeil hoch und runter ändern mü, M wechselt den Modus, Pos1 setzt zurück.

In der Summe stehen noch beide Variablen.

Halte fest: Im ersten Modus bringt der Faktor \(-2\) aus der Mitschrift den \(x\)-Balken auf null. Der Faktor \(1{,}4\) lässt stattdessen \(y\) verschwinden und führt über \(10{,}2x = 37{,}4\) auf denselben \(x\)-Wert \(3{,}\overline{6}\). Im zweiten Modus steht das System \(\text{I: } 3x-2y=11\), \(\text{II: } 4x+5y=7\): Dort gelingt es nur mit zwei Faktoren, und die kleinsten davon liefert das kgV — \(\mu=5\) und \(\lambda=2\) für die \(y\)-Terme, \(\mu=4\) und \(\lambda=-3\) für die \(x\)-Terme.

Merke

Faktor wählen: Nur ein passender Faktor lässt eine Variable verschwinden.

Zwei Faktoren: Ist keiner der Koeffizienten ein Vielfaches des anderen, braucht jede Gleichung einen eigenen Faktor; die kleinsten liefert das kgV.

Ergebnis: Jeder passende Faktor führt auf dieselbe Lösung.

Wann Addieren?

Ein Blick auf die Bauart des Systems entscheidet, ob Addieren der kürzeste Weg ist.

  • Ideal:Gegenzahlen sind schon vorhanden, z. B. \(+2y\) und \(-2y\).
  • Gut:ein Koeffizient ist ein Vielfaches des anderen, z. B. \(6x\) und \(3x\).
  • Auch gut:vor allen Variablen stehen Zahlen ungleich \(1\) – zwei Faktoren über das kgV.
  • Eher Einsetzen:vor einer Variablen steht \(1\) oder \(-1\).
  • Eher Gleichsetzen:beide Gleichungen sind nach derselben Variablen aufgelöst.
Merke

Faustregel: Sortiert als \(ax+by=c\) und kein Koeffizient \(1\) \(\Rightarrow\) Additionsverfahren.

Besonders günstig: Gegenzahlen sind schon vorhanden, oder ein Koeffizient ist ein Vielfaches des anderen.

Besser anders: Steht vor einer Variablen \(1\) oder \(-1\), eher Einsetzen; sind beide Gleichungen nach derselben Variablen aufgelöst, eher Gleichsetzen.

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Allgemeine Hinweise

Rechte Seite mitnehmen

Aus \(3x+2y=16\) wird bei \(\cdot\,2\) die Gleichung \(6x+4y=32\). Multipliziere immer die ganze Gleichung.

Nicht blind addieren

\(6x+7y=29\) plus \(3x-5y=6\) ergibt \(9x+2y=35\). Ohne passenden Faktor bleiben beide Variablen stehen.

Addieren statt subtrahieren

Multipliziere lieber mit einer negativen Zahl und addiere dann. Beim Subtrahieren kippen leicht Vorzeichen falsch.

Videos

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