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Anzahl der Nullstellen

Der Grad legt fest, wie viele Nullstellen höchstens möglich sind. Der Exponent des Linearfaktors entscheidet, ob der Graph die Achse schneidet oder berührt.

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Der Satz

Wie viele Nullstellen möglich sind, verrät schon der Grad. Du musst dafür keine Gleichung lösen.

Merke

Anzahl der Nullstellen: Grad \(n\) ⇒ höchstens \(n\) Nullstellen; \(n\) ungerade ⇒ mindestens eine Nullstelle

Ungerader Grad: Die Äste laufen in entgegengesetzte Richtungen, daher kreuzt der Graph die \(x\)-Achse mindestens einmal.

Gerader Grad: Es gibt keine Garantie; \(x^{2}+1\) hat keine Nullstelle.

  • Obergrenze:bei Grad 4 nie fünf Nullstellen, weniger sind immer möglich.
  • Ungerader Grad:die Äste laufen in entgegengesetzte Richtungen.
  • Folge:der Graph muss die \(x\)-Achse mindestens einmal kreuzen.
  • Gerader Grad:keine Garantie, z. B. hat \(x^{2}+1\) keine Nullstelle.
Ungerader Grad zwingt, gerader Grad nicht
Grad 3 — ungeradeÄste laufen in entgegengesetzte Richtungen−2−112mindestens eine Nullstelle — hier sind es dreiGrad 4 — geradebeide Äste laufen nach oben−2−112keine einzige Nullstelle — das ist erlaubt

Links ein Graph vom Grad 3: die Äste laufen auseinander, der Graph muss die Achse kreuzen. Rechts ein Graph vom Grad 4: beide Äste laufen nach oben, der Graph kann vollständig oberhalb der Achse bleiben.

Die Vielfachheit

Die Vielfachheit sagt, wie der Graph an einer Nullstelle aussieht. Sie ist der Exponent des zugehörigen Linearfaktors.

  • Vielfachheit:Exponent \(k\) von \((x-x_{0})^{k}\) im Term.
  • Vorzeichenwechsel:\(f(x)\) wechselt an der Nullstelle das Vorzeichen, kurz VZW.
  • Einfach:der Graph schneidet die Achse, mit VZW.
  • Doppelt:der Graph berührt die Achse, dort liegt ein Extrempunkt, kein VZW.
  • Dreifach:der Graph schneidet mit waagerechter Tangente (Sattelpunkt), mit VZW.
Drei Vielfachheiten im Vergleich
einfach (k = 1)schneidet · mit Vorzeichenwechsel−11−+doppelt (k = 2)berührt · kein Vorzeichenwechsel−11++dreifach (k = 3)schneidet waagerecht · mit VZW−11−+gerade Vielfachheit → berühren · ungerade Vielfachheit → schneiden

Alle drei Kurven haben an derselben Stelle eine Nullstelle. Nur die Vielfachheit ist verschieden — und damit das Verhalten an der Achse. Die Zeichen „\(+\)“ und „\(-\)“ geben das Vorzeichen der Funktionswerte links und rechts der Nullstelle an.

Merke

Vielfachheit: gerade ⇒ Berühren ohne VZW; ungerade ⇒ Schneiden mit VZW

Definition: Die Vielfachheit ist der Exponent \(k\) des Linearfaktors \((x-x_{0})^{k}\).

Fälle: Einfach schneidet der Graph die Achse, doppelt berührt er sie (Extrempunkt), dreifach schneidet er mit waagerechter Tangente (Sattelpunkt).

Die Nullstellen liegen fest bei \(-2\), \(0\) und \(2\). Gib jeder per Klick eine Vielfachheit von 1 bis 3 und schalte das Vorzeichen von \(a\) um.

Vielfachheits-Werkstatt

y-Achse nicht maßstäblich

Bedienung mit der Tastatur im Koordinatensystem: Pfeil links und rechts wählen die Nullstelle, Pfeil hoch und runter ändern ihre Vielfachheit, Enter dreht das Vorzeichen von a um.

Halte fest: Die Nullstellen bleiben an ihrem Platz, nur die Form ändert sich. Der Grad ist die Summe der drei Vielfachheiten.

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Am Term ablesen

Im Produktterm verrät die Klammer die Stelle, der Exponent die Vielfachheit.

  • Beispiel:\(f(x)=(x+1)^{2}\cdot(x-1)^{3}\cdot(x-2)\).
  • \(x_{1}=-1\):doppelt: der Graph berührt die Achse.
  • \(x_{2}=1\):dreifach: Sattelpunkt auf der Achse.
  • \(x_{3}=2\):einfach: der Graph schneidet die Achse.
  • Grad:\(2+3+1=6\), ohne Ausmultiplizieren.
  • \(x^{2}\):ist \((x-0)^{2}\), also eine doppelte Nullstelle bei 0.
Anatomie eines Produktterms
f(x) =(x + 1)2(x − 1)3(x − 2)··x₁ = −1doppelt (k = 2)berührt die Achsex₂ = 1dreifach (k = 3)schneidet, Sattelx₃ = 2einfach (k = 1)schneidet die Achse2 + 3 + 1 = 6 = Grad von f

Jeder Faktor liefert genau eine Nullstelle, jeder Exponent genau eine Vielfachheit. Die drei Exponenten zusammen ergeben den Grad der Funktion.

Merke

Grad: Summe aller Vielfachheiten, wenn der Term vollständig in Linearfaktoren zerlegt ist

Produktterm: Die Klammer verrät die Nullstelle, der Exponent die Vielfachheit; \(x^{2}\) ist \((x-0)^{2}\), also doppelte Nullstelle bei 0.

Ablesen: Der Grad ergibt sich ohne Ausmultiplizieren.

Skizzieren in vier Schritten

Aus Globalverhalten und Vielfachheiten skizzierst du den Graphen ohne Wertetabelle.

  • Beispiel:\(f(x)=0{,}3\,(x+2)^{2}\cdot x\cdot(x-1)^{3}\).
  • 1. Globalverlauf:Grad \(2+1+3=6\) gerade und \(a>0\): beide Äste nach oben.
  • 2. \(x=-2\):doppelt: Berühren.
  • 3. \(x=0\):einfach: Schneiden.
  • 4. \(x=1\):dreifach: Schneiden mit waagerechter Tangente.
Die fertige Skizze
−2−112. berührt3. schneidet4. Sattel1. Grad 6, a > 0 → beide Äste nach obeny-Achse nicht maßstäblich

Das Ergebnis der vier Schritte für \(f(x)=0{,}3\left(x+2\right)^{2}\cdot x\cdot\left(x-1\right)^{3}\). Die \(y\)-Achse ist bewusst nicht maßstäblich gezeichnet — bei einer Skizze kommt es nur auf Nullstellen, Vielfachheiten und Globalverlauf an.

Rückwärts kommst du vom Graphen zum Term. Den Faktor \(a\) liefert ein weiterer Punkt.

  • Ablesen:\(-3\) einfach, \(0\) doppelt, \(2\) einfach, dazu der Punkt \((1\mid -1)\).
  • Ansatz:\(f(x)=a\,(x+3)(x-2)\,x^{2}\).
  • Punkt einsetzen:\(f(1)=a\cdot 4\cdot(-1)\cdot 1=-4a=-1\;\Rightarrow\;a=0{,}25\).

Die blaue Kurve ist vorgegeben. Stelle an den sechs Stellen per Klick die Vielfachheiten (0 bis 3) und das Vorzeichen von \(a\) ein, bis deine orange Kurve passt. Verglichen wird nur die Form, der Betrag von \(a\) spielt keine Rolle.

Graph-Detektiv

y-Achse nicht maßstäblich
vorgegebener Graph Dein Ansatz

Bedienung mit der Tastatur im Koordinatensystem: Pfeil links und rechts wählen die Stelle, Pfeil hoch und runter ändern die Vielfachheit von 0 bis 3, Enter dreht das Vorzeichen von a um.

Halte fest: Jede Nullstelle braucht die richtige Vielfachheit. Die Summe muss zum Randverhalten der blauen Kurve passen.

Merke

Skizzieren: Aus Globalverhalten und Vielfachheiten entsteht der Graph ohne Wertetabelle.

Schritte: Zuerst den Globalverlauf aus Grad und \(a\) bestimmen, dann jede Nullstelle nach Vielfachheit zeichnen (Berühren oder Schneiden).

Rückwärts: Aus den Nullstellen den Ansatz \(f(x)=a\cdot\ldots\) bilden und \(a\) mit einem weiteren Punkt bestimmen.

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Allgemeine Hinweise

Höchstens ≠ genau

Grad \(n\) erlaubt bis zu \(n\) Nullstellen. Es können auch deutlich weniger sein.

Berühren ist kein Schneiden

Bei gerader Vielfachheit kehrt der Graph an der Achse um. Dort gibt es keinen Vorzeichenwechsel.

Probe mit einem Punkt

Setze nach dem Bestimmen von \(a\) den Punkt noch einmal ein. Stimmt der Funktionswert, passt dein Term.

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