Zwei Oxidationsmittel
- Anknüpfung:Korrosion läuft über Lokalelemente. An der Anodenstelle wird Eisen oxidiert, an der Kathodenstelle nimmt ein Oxidationsmittel die Elektronen auf.
- Welches Oxidationsmittel?Das entscheidet der pH-Wert — danach unterscheidet man zwei Korrosionsarten.
- Säurekorrosion:in saurer Lösung (pH unter etwa 4) wird H₃O⁺ reduziert, es entsteht Wasserstoff (daher auch „Wasserstoffkorrosion“). Sauerstoff ist nicht nötig.
- Sauerstoffkorrosion:in neutralem oder schwach basischem Wasser wird gelöster Sauerstoff zu Hydroxid-Ionen reduziert.
Korrosion von Eisen: Anodenreaktion immer \(\ce{Fe -> Fe^2+ + 2 e-}\); das Oxidationsmittel an der Kathodenstelle entscheidet die Art.
Säurekorrosion: Bei pH unter etwa 4: \(\ce{Fe + 2 H3O+ -> Fe^2+ + H2 + 2 H2O}\), Sauerstoff nicht nötig.
Sauerstoffkorrosion: In neutralem Wasser: \(\ce{2 Fe + O2 + 2 H2O -> 2 Fe^2+ + 4 OH-}\).
Begründung: Bei pH 7 gilt \(\Delta E(\ce{O2}) \approx 1{,}3\,\text{V} \gg \Delta E(\ce{H3O+}) \approx 0{,}03\,\text{V}\).
Herleitung:
Neun Karten, drei Körbe: Ziehe jede Karte in den Korb der Korrosionsart, zu der sie gehört — oder in „beide Arten“. Ohne Ziehen geht es auch: Karte antippen, dann Korb antippen. Tastatur: Karte mit Tab wählen, 1–3 legt sie in einen Korb, 0 zurück in den Vorrat.
Halte fest: Die Anodenreaktion Fe → Fe²⁺ + 2 e⁻ ist bei beiden Korrosionsarten gleich. Der Unterschied liegt im Oxidationsmittel an der Kathodenstelle — in saurer Lösung H₃O⁺, in neutralem Wasser gelöster Sauerstoff.
Vom Fe²⁺ zum Rost
- Fe²⁺ und OH⁻ treffen sich:zwischen Anoden- und Kathodenstelle fällt grünlich-weißes Eisen(II)-hydroxid aus: \(\ce{Fe^2+ + 2 OH- -> Fe(OH)2}\).
- Weitere Oxidation:gelöster Sauerstoff oxidiert zu braunem Eisen(III)-oxidhydroxid: \(\ce{4 Fe(OH)2 + O2}\) \(\ce{-> 4 FeO(OH) + 2 H2O}\).
- Rost:wasserhaltiges Eisen(III)-oxid, vereinfacht \(\ce{FeO(OH)}\) bzw. \(\ce{Fe2O3 * $n$ H2O}\). Er ist porös und haftet schlecht — er schützt das Eisen darunter nicht.
Rosten: \(\ce{4 Fe + 3 O2 + 2 H2O -> 4 FeO(OH)}\)
Ablauf: \(\ce{Fe^2+}\) und \(\ce{OH-}\) fällen als \(\ce{Fe(OH)2}\) aus, Sauerstoff oxidiert zu braunem \(\ce{FeO(OH)}\) (Rost).
Rost: Er ist porös und haftet schlecht, schützt das Eisen also nicht.
Belüftungselement: Die sauerstoffarme Stelle wird Anode und korrodiert.
Salz: Gelöste Ionen erhöhen die Leitfähigkeit, Chlorid stört Schutzschichten.
- Belüftungselement:die sauerstoffarme Stelle (Tropfenmitte, Spalt, Bereich unter der Wasserlinie) wird Anode und frisst sich an; die gut belüftete Stelle ist Kathode.
- Salz beschleunigt:gelöste Ionen erhöhen die Leitfähigkeit des Elektrolyten; Chlorid-Ionen stören zudem Schutzschichten (Streusalz, Meerwasser).
Allgemeine Hinweise
Rost entsteht nicht an der Anode
Die elektrochemische Reaktion liefert nur Fe²⁺. Der braune Rost ist Eisen(III) und bildet sich erst dort, wo Fe²⁺ auf OH⁻ und Sauerstoff trifft — oft ein Stück neben der angefressenen Stelle.
Wenig Sauerstoff, starker Angriff
Beim Belüftungselement korrodiert gerade die schlecht belüftete Stelle. Spalten, Schmutzablagerungen und Tropfenmitten sind deshalb besonders gefährdet.
Zuerst den pH-Wert klären
Saure Lösung → H₃O⁺ als Oxidationsmittel, H₂ entsteht. Neutral oder basisch → O₂ als Oxidationsmittel, OH⁻ entsteht. In saurer, belüfteter Lösung laufen beide Kathodenreaktionen nebeneinander.
