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Die Anomalie des Wassers

Fast jeder Stoff schrumpft beim Erstarren — Wasser dehnt sich aus, und deshalb frieren Seen von oben zu statt von unten.

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Dichte mit Maximum

Fast alle Stoffe ziehen sich beim Abkühlen zusammen und sind als Feststoff am dichtesten. Wasser verhält sich nur oberhalb von 4 °C so.

  • Über 4 °C:normal — beim Abkühlen wird Wasser dichter.
  • Bei 4 °C:größte Dichte, \(\rho \approx 1{,}000\ \mathrm{g/cm^3}\) (genau bei 3,98 °C).
  • 0 bis 4 °C:beim weiteren Abkühlen dehnt sich Wasser wieder aus.
  • Erstarren:Eis hat nur \(\rho \approx 0{,}917\ \mathrm{g/cm^3}\) — es schwimmt auf Wasser.
  • Anomalie:so heißt dieses vom Normalfall abweichende Verhalten.

Senke mit dem Regler oder ▶ die Temperatur an der Oberfläche eines Sees vom Herbst bis in den Winter. Beobachte den Punkt auf der Dichtekurve und die Schichtung im See.

Ein See kühlt ab

Halte fest: Weil Wasser von 4 °C am dichtesten ist, sammelt es sich im Winter am Grund; kälteres Wasser und Eis bleiben oben — Seen frieren von oben nach unten zu.

Merke

Anomalie des Wassers: Wasser hat bei 4 °C seine größte Dichte, und Eis ist leichter als flüssiges Wasser.

Dichte: Über 4 °C wird Wasser beim Abkühlen dichter, zwischen 4 °C und 0 °C dehnt es sich wieder aus. Bei 4 °C gilt \(\rho \approx 1{,}000\ \mathrm{g/cm^3}\), Eis hat nur \(\rho \approx 0{,}917\ \mathrm{g/cm^3}\) und schwimmt.

Folge: Wasser von 4 °C sinkt zum Grund, kälteres Wasser und Eis bleiben oben: Seen frieren von oben nach unten zu.

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Hohlräume im Eis

Die Ursache sind die Wasserstoffbrücken: Im Eis zwingen sie die Moleküle in ein weitmaschiges Gitter.

  • Eis:jedes Molekül mit genau vier Brücken — starres Gitter mit sechseckigen Hohlräumen.
  • Schmelzen:ein Teil der Brücken wird gelöst, Moleküle rücken in die Hohlräume — das Volumen sinkt.
  • 0 bis 4 °C:letzte gitterartige Bereiche zerfallen, die Dichte steigt weiter.
  • Über 4 °C:die stärkere Teilchenbewegung überwiegt, die Moleküle brauchen mehr Platz.
Teilchenbild: gleich große Ausschnitte
Eis (0 °C) flüssiges Wasser (4 °C)
Vereinfacht in einer Ebene: Im gleichen Ausschnitt haben im flüssigen Wasser mehr Moleküle Platz.

Herleitung:

\(V=\dfrac{m}{\rho}\)
m = 1000 g
Start: Beim Gefrieren bleibt die Masse gleich, nur die Dichte ändert sich.
\(V_\text{Wasser}=\dfrac{1000\ \mathrm{g}}{0{,}99984\ \mathrm{g/cm^3}}\approx 1000{,}2\ \mathrm{cm^3}\)
Eis einsetzen
Wasser bei 0 °C.
\(V_\text{Eis}=\dfrac{1000\ \mathrm{g}}{0{,}917\ \mathrm{g/cm^3}}\approx 1090{,}5\ \mathrm{cm^3}\)
vergleichen
Eis bei 0 °C.
\(\dfrac{1090{,}5}{1000{,}2}\approx 1{,}09\)
Ergebnis
Beim Gefrieren wächst das Volumen um etwa 9 %.
Merke

Ursache: Wasserstoffbrücken zwingen die Moleküle im Eis in ein weitmaschiges Gitter mit sechseckigen Hohlräumen (jedes Molekül mit vier Brücken).

Schmelzen: Brücken werden gelöst, Moleküle rücken in die Hohlräume, das Volumen sinkt. Bis 4 °C zerfallen die letzten gitterartigen Bereiche.

Über 4 °C: Die stärkere Teilchenbewegung überwiegt, die Moleküle brauchen mehr Platz.

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Allgemeine Hinweise

Nicht Eis ist am dichtesten

Das Dichtemaximum liegt beim flüssigen Wasser von 4 °C. Eis von 0 °C ist dagegen der Zustand mit der kleinsten Dichte.

Volumen wächst, Masse nicht

1 kg Wasser bleibt beim Gefrieren 1 kg. Nur das Volumen nimmt um etwa 9 % zu — deshalb platzen volle Flaschen im Gefrierfach.

Neun Zehntel unter Wasser

Ein schwimmendes Eisstück taucht so weit ein, wie es das Dichteverhältnis vorgibt: \(0{,}917 : 1{,}000\) — rund neun Zehntel liegen unter der Oberfläche.

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