Das Elektronenpaar wird verschoben
Sind die beiden Bindungspartner verschieden elektronegativ, liegt das bindende Elektronenpaar nicht mehr in der Mitte.
- Unpolare Atombindung:gleiche EN (z. B. \(\mathrm{H_2}\), \(\mathrm{Cl_2}\)) — das Elektronenpaar liegt genau in der Mitte.
- Polare Atombindung:verschiedene EN — das Elektronenpaar ist zum elektronegativeren Atom verschoben.
- Teilladungen:\(\delta^-\) am elektronegativeren, \(\delta^+\) am anderen Atom; \(\delta\) (griech. delta) heißt „ein Teil“ einer Ladung.
- ΔEN:Elektronegativitätsdifferenz — größere EN minus kleinere EN; sie misst, wie stark die Bindung polar ist.
ΔEN bestimmen:
Polare Atombindung: Das bindende Elektronenpaar ist zum Atom mit der größeren EN verschoben; dieses trägt die Teilladung \(\delta^-\), sein Partner \(\delta^+\).
Unpolare Atombindung: Bei gleicher EN liegt das Elektronenpaar genau in der Mitte, z. B. in \(\mathrm{H_2}\) oder \(\mathrm{Cl_2}\).
ΔEN: Größere EN minus kleinere EN; sie misst, wie stark die Bindung polar ist.
Von unpolar bis ionisch
Je größer ΔEN, desto weiter rückt das Elektronenpaar — bis es ganz beim Partner liegt.
Ziehe den ΔEN-Regler langsam von 0 bis 3,0 und beobachte das Elektronenpaar, die Teilladungen und den Zeiger auf der Skala. Schalte zwischen Elektronenwolke und Strichformel um.
Halte fest: Mit wachsendem ΔEN wird die Bindung immer polarer; ab etwa ΔEN = 1,7 ist das Elektron ganz übergegangen — aus der polaren Atombindung wird eine Ionenbindung.
- ΔEN unter 0,5:(nahezu) unpolare Atombindung, z. B. C–H mit ΔEN = 0,35.
- ΔEN 0,5 bis 1,7:polare Atombindung mit Teilladungen \(\delta^+\) und \(\delta^-\).
- ΔEN über 1,7:Ionenbindung — aus Teilladungen werden ganze Ladungen: Kation und Anion.
- Grenzfall:die Ionenbindung ist die extrem polare Atombindung — die Übergänge sind fließend.
Übergang: Mit wachsendem ΔEN wird die Bindung immer polarer. Die Übergänge sind fließend: Die Ionenbindung ist die extrem polare Atombindung.
Bereiche: ΔEN unter 0,5: (nahezu) unpolar. ΔEN von 0,5 bis 1,7: polar mit Teilladungen \(\delta^+\) und \(\delta^-\). ΔEN über 1,7: Ionenbindung mit ganzen Ladungen (Kation und Anion).
Allgemeine Hinweise
δ ist keine ganze Ladung
\(\delta^+\) und \(\delta^-\) sind kleiner als eine Elementarladung und gleich groß. Das Molekül als Ganzes bleibt elektrisch neutral.
Immer „groß minus klein“
ΔEN ist ein Abstand auf der EN-Skala und nie negativ: bei C–O also \(3{,}44-2{,}55=0{,}89\), nicht \(-0{,}89\). Das \(\delta^-\) bekommt das Atom mit der größeren EN.
Fließende Grenzen
Die Werte 0,5 und 1,7 sind Faustregeln. Zwischen „polar“ und „ionisch“ gibt es keinen Sprung — die Polarität wächst mit ΔEN stetig an.
