Die Werkzeuge der Translation
Die mRNA trägt die Information, aber Aminosäuren können Codons nicht selbst erkennen. Dafür braucht die Zelle Adaptermoleküle und eine Proteinfabrik.
- Translation:Übersetzung der Basenfolge der mRNA in die Aminosäurefolge eines Proteins; sie findet an den Ribosomen im Cytoplasma statt.
- tRNA:Transfer-RNA aus rund 80 Nucleotiden; durch Basenpaarung im eigenen Strang kleeblattförmig gefaltet, räumlich L-förmig.
- Anticodon:drei ungepaarte Basen der tRNA, die komplementär und antiparallel mit einem Codon der mRNA paaren.
- Aminosäure-Bindestelle:das 3′-Ende der tRNA (Basenfolge CCA), an das die passende Aminosäure gebunden wird.
- Aminoacyl-tRNA-Synthetase:Enzym, das unter ATP-Verbrauch jede Aminosäure an ihre passenden tRNAs koppelt — je Aminosäure eine eigene Synthetase.
- Ribosom:Komplex aus rRNA und Proteinen mit einer großen und einer kleinen Untereinheit.
- A-, P- und E-Stelle:A: Aminoacyl-Stelle für die neue beladene tRNA · P: Peptidyl-Stelle für die tRNA mit der wachsenden Kette · E: Exit-Stelle, über die die leere tRNA austritt.
Translation: Übersetzung der mRNA-Basenfolge in die Aminosäurefolge eines Proteins am Ribosom.
tRNA: Kleeblattförmiges Adaptermolekül: Das Anticodon paart mit dem Codon, am 3′-Ende (CCA) hängt die passende Aminosäure.
Beladung: Die Aminoacyl-tRNA-Synthetase koppelt unter ATP-Verbrauch jede Aminosäure an ihre tRNA.
Ribosom: Aus rRNA und Proteinen mit großer und kleiner Untereinheit; A-Stelle für die neue tRNA, P-Stelle für die Kette, E-Stelle für den Austritt.
Vom Codon zur Kette
Die Translation läuft wie die Transkription in drei Abschnitten ab. Das Ribosom wandert dabei an der mRNA entlang und hängt Aminosäure an Aminosäure.
- Initiation:Die kleine Untereinheit bindet die mRNA (bei Eukaryoten an der Cap) und sucht das Startcodon AUG; die Start-tRNA mit Methionin paart dort, dann lagert sich die große Untereinheit an.
- Elongation:Eine beladene tRNA mit passendem Anticodon besetzt die A-Stelle. Die rRNA der großen Untereinheit überträgt die Kette von der tRNA der P-Stelle auf die neue Aminosäure (Peptidbindung).
- Translokation:Das Ribosom rückt um ein Codon in 5′→3′-Richtung weiter; die tRNAs wandern von A nach P und von P nach E, die leere tRNA verlässt das Ribosom.
- Termination:Erreicht ein Stoppcodon die A-Stelle, bindet ein Freisetzungsfaktor (ein Protein) statt einer tRNA; die Kette wird frei, das Ribosom zerfällt in seine Untereinheiten.
- Polysom:Mehrere Ribosomen lesen dieselbe mRNA gleichzeitig ab — viele Proteinkopien in kurzer Zeit.
- Pro- und Eukaryoten:Bei Prokaryoten laufen Transkription und Translation gekoppelt im Cytoplasma an kleineren 70S-Ribosomen; bei Eukaryoten sind sie durch die Kernhülle getrennt, die Ribosomen (80S) liegen frei oder am rauen ER.
Ziehe die tRNA, deren Anticodon zum Codon in der A-Stelle passt, auf die A-Stelle — oder wähle sie mit Tab und setze sie mit Enter ein. Beobachte Peptidbindung und Translokation. Mit ▶ läuft die Translation automatisch.
Halte fest: Das Ribosom prüft nur, ob Anticodon und Codon komplementär und antiparallel paaren. Am Stoppcodon passt keine tRNA — hier beendet der Freisetzungsfaktor die Translation.
Initiation: Die kleine Untereinheit findet das Startcodon AUG, die Start-tRNA mit Methionin paart, dann kommt die große Untereinheit.
Elongation: Eine beladene tRNA besetzt die A-Stelle, die Kette wird per Peptidbindung auf die neue Aminosäure übertragen.
Translokation: Das Ribosom rückt ein Codon in 5′→3′-Richtung weiter.
Termination: Am Stoppcodon bindet ein Freisetzungsfaktor, die Kette wird frei.
Polysom: Mehrere Ribosomen lesen dieselbe mRNA gleichzeitig.
Allgemeine Hinweise
Anticodon antiparallel lesen
Zum Codon 5′-GCU-3′ gehört das Anticodon 3′-CGA-5′. In 5′→3′-Richtung notiert lautet es 5′-AGC-3′ — beides ist dasselbe Anticodon.
Die Synthetase übersetzt
Welche Aminosäure an einer tRNA hängt, entscheidet die Aminoacyl-tRNA-Synthetase beim Beladen. Das Ribosom prüft nur die Paarung von Codon und Anticodon.
Keine Stopp-Aminosäure
Für UAA, UAG und UGA gibt es normalerweise keine tRNA. Die Translation endet durch einen Freisetzungsfaktor, der die Kette abspaltet.
