Aktivierung der B-Zelle
„Humoral“ heißt: Die Abwehr wirkt über gelöste Stoffe in den Körperflüssigkeiten — die Antikörper.
- Erkennen:Eine B-Zelle bindet freie Viren mit ihrem Rezeptor — einem membrangebundenen Antikörper, der zu genau einem Antigen passt.
- Präsentieren:Sie nimmt das Virus per Endozytose auf, zerlegt es und präsentiert Peptide auf MHC-II (wie die Makrophage).
- Zweites Signal:Eine T-Helferzelle, die schon durch eine Makrophage aktiviert wurde und denselben Komplex erkennt, bindet an die B-Zelle.
- Interleukine:Die T-Helferzelle schüttet Interleukine aus — erst jetzt teilt sich die B-Zelle (klonale Expansion).
- Plasmazellen:Ein Teil des Klons differenziert zu Plasmazellen mit viel rauem ER: Sie bilden Antikörper mit genau der Bindungsstelle des ursprünglichen Rezeptors.
- Gedächtniszellen:Der andere Teil wird zu B-Gedächtniszellen.
Aktivierung: Die B-Zelle bindet ihr Antigen mit ihrem Rezeptor (membrangebundener Antikörper), nimmt es auf und präsentiert Peptide auf MHC-II.
Zweites Signal: Eine aktivierte T-Helferzelle bindet an den Komplex und schüttet Interleukine aus; erst dann teilt sich die B-Zelle (klonale Expansion).
Ergebnis: Plasmazellen bilden Antikörper gegen genau dieses Antigen, B-Gedächtniszellen bleiben erhalten.
Bau und Wirkung der Antikörper
Antikörper sind Markierungen, keine Waffen.
- Bau:Y-förmiges Protein aus zwei schweren und zwei leichten Ketten, verbunden durch Disulfidbrücken.
- Variable Region:die Enden der beiden Arme — zwei gleiche Antigenbindungsstellen, passend zu einem Epitop (Schlüssel-Schloss-Prinzip).
- Konstante Region:der Stamm — gleich bei allen Antikörpern einer Klasse; an ihn binden Fresszellen.
- Neutralisation:Antikörper besetzen die Oberflächenproteine: Das Virus kann nicht mehr an Zellen andocken.
- Verklumpung:Mit zwei Bindungsstellen vernetzt ein Antikörper zwei Viren — es entstehen große Antigen-Antikörper-Komplexe (Agglutination).
- Beseitigen:Makrophagen fressen die markierten Komplexe. Antikörper selbst töten nichts — und erreichen keine Viren im Inneren von Zellen.
Bau: Antikörper sind Y-förmige Proteine aus zwei schweren und zwei leichten Ketten; die variablen Enden der Arme sind zwei gleiche Antigenbindungsstellen (Schlüssel-Schloss-Prinzip), am konstanten Stamm binden Fresszellen.
Wirkung: Neutralisation (Virus kann nicht andocken) und Verklumpung (Agglutination) zu Antigen-Antikörper-Komplexen, die Makrophagen abbauen.
Grenze: Antikörper töten nichts und erreichen keine Viren im Zellinneren.
Baue die humorale Immunantwort zusammen: Wähle links einen Baustein und setze ihn in eines der vier Felder — per Klick oder mit Enter und dann der Feldnummer 1–4. Unter den Bausteinen sind Fallen. „Starten“ zeigt, ob Antikörper entstehen.
Halte fest: Antikörper entstehen nur, wenn eine passende B-Zelle ihr Antigen bindet und von einer aktivierten T-Helferzelle über Interleukine das Signal zur Teilung bekommt. Fehlt ein Baustein, bleibt die B-Zelle ruhig.
Allgemeine Hinweise
Antigen ≠ Antikörper
Das Antigen gehört zum Erreger, den Antikörper bildet die Plasmazelle. Diese Verwechslung kostet in Klausuren die meisten Punkte.
Warum zwei Signale?
Die Doppelkontrolle aus Antigen und T-Helferzelle verhindert, dass B-Zellen zufällig gegen harmlose Stoffe losschlagen.
Nur außerhalb von Zellen
Antikörper erreichen Viren im Blut und Gewebe. Steckt das Virus schon in der Zelle, braucht es die zelluläre Antwort.
