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Quantenobjekte

Zehn Aufgaben aus allen Unterkapiteln, alle auf der Stufe AFB II: Zusammenhänge herstellen, mehrere Schritte verketten, Messreihen auswerten und Größen ins Verhältnis setzen.

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Aufgabenblock — AFB II

Diese Übung deckt alle fünf Unterkapitel ab. Sie lösen 10 Aufgaben der Anforderungsstufe AFB II (Zusammenhänge herstellen): Messreihen auswerten, Formeln aus Bausteinen zusammensetzen, Verhältnisse bilden und Rechenketten über mehrere Schritte führen. In den Ketten wird der nächste Schritt erst frei, wenn der vorige stimmt — so merken Sie sofort, wo ein Zwischenergebnis kippt. Zu jeder Aufgabe gibt es gestufte Hilfen und eine ausführliche Lösung. Zwischendurch stehen zwei Werkzeuge zum Ausprobieren; sie werden nicht bewertet.

A1
Messreihe auswerten — bleibt r·√U konstant?
AFB II

An einer Elektronenbeugungsröhre wird der Radius r des inneren Rings für fünf Beschleunigungsspannungen gemessen (Ablesegenauigkeit ±0,03 cm).

Messreihe: Beschleunigungsspannung und Radius des inneren Beugungsrings
U in kV2,03,04,05,06,0
r in cm2,001,641,421,261,15

Prüfen Sie die Vermutung r ~ 1/√U, indem Sie das Produkt r·√U bilden. Arbeiten Sie die Kette Schritt für Schritt ab.

Schritt 1
√kV
Schritt 2
cm·√kV
Schritt 3
cm

So geht’s: Dezimalkomma benutzen, nur die Zahl eintragen. Mit Enter im Feld prüfst du direkt. Der nächste Schritt öffnet sich erst, wenn der vorige stimmt.

Idee des Tests: Wenn r ~ 1/√U gilt, dann muss das Produkt r·√U für alle Messwerte denselben Wert ergeben. Genau das prüft man bei einer Messreihe: nicht einzelne Werte vergleichen, sondern die vermutete Größe bilden.
Rechnen: √4,0 = 2,00. Damit ist r·√U = 1,42 cm · 2,00 = 2,84 cm·√kV. Für die Vorhersage stellen Sie um: r = Konstante / √U = 2,83 / √8,0.
Zum Abgleichen: √8,0 = 2,83. Also r = 2,83 cm·√kV / 2,83 √kV = 1,00 cm. Die Einheiten kürzen sich sauber weg — ein gutes Zeichen, dass die Kette stimmt.
Lösung anzeigen
Produkt r·√U für alle fünf Messpunkte: 2,83 · 2,84 · 2,84 · 2,82 · 2,82 cm·√kV. Der Wert ist im Rahmen der Ablesegenauigkeit konstant — die Vermutung r ~ 1/√U ist damit gestützt.

Vorhersage: r(8,0 kV) = 2,83 / √8,0 = 1,00 cm. Kontrolle über das Verhältnis: von 2,0 kV auf 8,0 kV ist die vierfache Spannung, also der halbe Radius — 2,00 cm : 2 = 1,00 cm. Beide Wege führen zum selben Ergebnis.

Wichtig für die Deutung: Eine Konstante über fünf Messpunkte ist ein Argument, kein Beweis. Sie zeigt, dass die Daten zum Wellenmodell passen — abprallende Kugeln hätten gar keinen scharfen Ring geliefert.
r/cm U/kV 2,01,0 2468 1,00 cm ?
Messpunkte und Vorhersage
A2
Welche Spannung drittelt den Ringradius?
AFB II

Bei U1 = 400 V misst man am inneren Ring r1 = 3,6 cm. Der Ring soll auf ein Drittel schrumpfen, also auf r2 = 1,2 cm.

a) Stellen Sie am Regler die Spannung ein, bei der der Ring den Zielradius erreicht. Der angezeigte Radius folgt r = r1·√(U1/U). Eine Abweichung von etwa ±150 V wird noch als Treffer gewertet.

U = 400 V → r = 3,60 cm

b) Beurteilen Sie außerdem: Auf wie viel Prozent des ursprünglichen Radius sinkt der Ring, wenn man die Spannung lediglich verdoppelt?

%

Bedienung: Regler mit der Maus ziehen oder mit den Pfeiltasten in 50-V-Schritten verschieben (Pos1 und Ende springen an die Enden). Der Ring rechts folgt deiner Einstellung, der gestrichelte Kreis zeigt das Ziel.

Umgekehrte Richtung: Bisher war die Spannung gegeben und der Radius gesucht. Hier ist es andersherum. Stellen Sie r2 = r1·√(U1/U2) nach U2 um — die Wurzel wird dabei zum Quadrat.
Über den Faktor denken: Der Radius soll auf 1/3 sinken. Weil r ~ 1/√U gilt, muss √U das Dreifache werden — und U selbst damit das Neunfache. Für b) ist der Faktor bei doppelter Spannung 1/√2.
Zahlen: 9 · 400 V = 3600 V. Und 1/√2 = 0,707 = 70,7 %, also rund 71 %.
Lösung anzeigen
a) Aus r2 = r1·√(U1/U2) folgt U2 = U1·(r1/r2)² = 400 V · (3,6/1,2)² = 400 V · 9 = 3600 V.
b) Bei doppelter Spannung ist r2/r1 = 1/√2 = 0,707 ≈ 71 %.

Genau hier sitzt einer der häufigsten Fehler: „Doppelte Spannung halbiert den Ring“ ist falsch — es bleiben 71 % übrig. Erst die vierfache Spannung halbiert den Radius, die neunfache drittelt ihn. Weil r ~ λ gilt, sinkt mit dem Radius immer auch die de-Broglie-Wellenlänge im selben Verhältnis.
Leuchtschirm: der volle Ring gehoert zur eingestellten Spannung, der gestrichelte Kreis markiert den Zielradius von 1,2 Zentimetern eingestellt Ziel 1,2 cm
Ring und Zielradius
A3
Von der Energiebilanz zur Formel λ(U)
AFB II

Für beschleunigte Elektronen lässt sich die de-Broglie-Wellenlänge direkt aus der Spannung berechnen. Setzen Sie die Herleitung aus den Bausteinen zusammen — zwei Bausteine bleiben übrig.

1. Die im Feld aufgenommene Energie steckt vollständig in der Bewegungsenergie: e·U =

2. Nach der Geschwindigkeit aufgelöst: v =

3. Eingesetzt in λ = h/(me·v) ergibt sich λ =

Wenden Sie die fertige Formel an: U = 4,0 kV, h = 6,626·10−34 Js, me = 9,11·10−31 kg, e = 1,602·10−19 C.

Schritt 1
pm
Schritt 2
(= sin α)

So geht’s: Einen Baustein anklicken, dann die Lücke — oder mit Tab auf eine Lücke gehen und die Ziffer des Bausteins tippen. Backspace leert eine Lücke wieder.

Zwei bekannte Gleichungen treffen sich: die Energiebilanz beim Beschleunigen und λ = h/(m·v). Die Geschwindigkeit ist die Größe, die in beiden vorkommt — sie wird ersetzt.
Umformen: Aus e·U = ½·me·v² folgt v² = 2eU/me, also v = √(2eU/me). Setzt man das in λ = h/(mev) ein, wandert me mit unter die Wurzel: λ = h/√(2·me·e·U). Damit ist λ ~ 1/√U — dieselbe Abhängigkeit wie beim Ringradius.
Rechnung: 2·9,11·10−31·1,602·10−19·4000 = 1,17·10−45. Die Wurzel daraus ist 3,42·10−23. Also λ = 6,626·10−34 : 3,42·10−23 = 1,94·10−11 m — und 1 pm = 10−12 m.
Lösung anzeigen
Herleitung: e·U = ½·me·v² → v = √(2eU/me) → λ = h/(me·v) = h/√(2·me·e·U).

Zahlenwerte bei U = 4,0 kV: v = 3,75·107 m/s (rund 12,5 % der Lichtgeschwindigkeit), λ = 1,9·10−11 m = 19 pm.
Verglichen mit dem Netzebenenabstand von Graphit: λ/d = 1,9·10−11 / 2,1·10−10 = 0,092. Über die Gitterbedingung sin α = λ/d gehört dazu ein Beugungswinkel von etwa 5,3°.

Diese Formel erklärt auch das Elektronenmikroskop: hohe Spannung → kurze Wellenlänge → feine Auflösung. Zum Vergleich: sichtbares Licht mit 550 nm hätte λ/d = 2,6·103 — mit sin α > 1 ist Beugung am Graphitgitter damit unmöglich.
Werkzeug 1

Die Kette U → λ → Δy im Griff

Ziehen Sie die Beschleunigungsspannung durch und beobachten Sie, wie sich Geschwindigkeit, Wellenlänge und Streifenabstand gemeinsam ändern. Gerechnet wird mit λ = h/√(2·me·e·U) und Δy = L·λ/d für den Aufbau aus A5 (d = 50 nm, L = 0,40 m). Das Streifenbild rechts ist maßstäblich: Verdoppelt sich Δy, verdoppelt sich der Abstand der hellen Streifen. Dieses Werkzeug wird nicht bewertet.

Schirmbild eines Elektronen-Doppelspalts, dessen Streifenabstand von der eingestellten Beschleunigungsspannung abhaengt Schirm, 0,40 m hinter dem Doppelspalt
U = 10,0 kV

Bedienung: Regler mit der Maus ziehen oder mit den Pfeiltasten in 0,5-kV-Schritten verändern (Pos1/Ende springen an die Enden). Es wird nichts animiert — jedes Bild erscheint sofort.

Werkzeug 2

Erwartungswert und Streuung

Dieselben fünf Streifen wie in A7, dieselben Wahrscheinlichkeiten 0,05 / 0,20 / 0,50 / 0,20 / 0,05. Der helle Umriss zeigt den Erwartungswert P·N, die gefüllte Säule eine gewürfelte Messung. Wählen Sie N und würfeln Sie mehrfach: Die absolute Abweichung wächst mit √N, die relative sinkt mit 1/√N. Genau das ist gemeint, wenn es heißt, der Einzelfall bleibe offen, die Verteilung sei aber sehr genau vorhersagbar. Dieses Werkzeug wird nicht bewertet.

Saeulendiagramm: erwartete und gewuerfelte Trefferzahlen in fuenf Streifen Umriss = Erwartungswert, Füllung = Messung
Zahl der Elektronen N
N = 200

Bedienung: Mit Tab zu den Schaltern, dann Enter oder Leertaste. Jedes Bild erscheint sofort, es wird nichts animiert.

Reflexion — bevor Sie weitergehen

Drei Fragen zum Nachdenken — beantworten Sie sie für sich selbst.

  • 1. Wurzel und Quadrat:In A1, A2 und A5 stand eine Wurzel im Spiel (r ~ λ ~ 1/√U), in A8 und A9 ein Quadrat (P ~ |ψ|²). Bei welcher der beiden Regeln greifen Sie noch zum falschen Faktor — und woran erkennen Sie in der Aufgabenstellung, welche gemeint ist?
  • 2. Rechenketten:Die Ketten in A4, A6 und A7 haben je drei bis vier Schritte. An welcher Stelle ist Ihnen ein Zwischenergebnis gekippt — bei der Zehnerpotenz, bei der Einheit oder beim Umstellen der Formel?
  • 3. Von der Zahl zur Aussage:A6 endet mit 1,5·10−5, A9 mit 2,0 %. Beide Zahlen sind erst dann eine Antwort, wenn Sie sie in einen Satz übersetzen. Formulieren Sie beide Sätze — und prüfen Sie, ob darin wirklich eine physikalische Aussage steckt.