MINT lernen

Magnetische Felder

Zehn Aufgaben zum Begründen, Vergleichen und Beurteilen — mit gestuften Tipps und ausführlichen Musterlösungen.

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Aufgabenblock — AFB III

Hier geht es nicht mehr ums Einsetzen, sondern ums Begründen, Vergleichen und Beurteilen — die Stufe AFB III (Verallgemeinern und Reflektieren). Formuliere deine Antworten schriftlich in ganzen Sätzen, bevor du die Musterlösung öffnest; genau das wird in der Klausur verlangt. Zu jeder Aufgabe gibt es zwei gestufte Tipps. Eine Aufgabe gilt als erledigt, sobald du die Musterlösung geöffnet und mit deiner Antwort verglichen hast.

A1
Vergleichen — warum es keine magnetischen Monopole gibt
AFB III

Erkläre in 3–4 Sätzen, worin sich das Feldlinienbild eines Stabmagneten grundsätzlich von dem einer einzelnen positiven Ladung unterscheidet — und welche Aussage über magnetische Pole daraus folgt.

Hinweis: Achte darauf, wo Feldlinien anfangen und wo sie aufhören.

Strategie: Zeichne beide Bilder nebeneinander: bei der Punktladung laufen die Linien radial nach außen, beim Magneten sind sie Schleifen. Frage dich, wo eine Feldlinie jeweils beginnt und endet.Warum so? Der Anfangs- und Endpunkt einer Feldlinie verrät, ob es eine „Quelle“ gibt — genau das ist der Unterschied zwischen Ladungen und Polen.
Lösungsskizze: Elektrische Feldlinien beginnen an positiven und enden an negativen Ladungen; eine Einzelladung ist möglich. Magnetische Feldlinien haben keinen Anfang und kein Ende — sie laufen außen von Nord nach Süd und im Inneren des Magneten weiter, sind also geschlossen. Deshalb kann man keinen Pol allein herauslösen.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Elektrische Feldlinien sind Quellenlinien: Sie beginnen an einer positiven und enden an einer negativen Ladung, und eine positive Ladung kann für sich allein existieren. Magnetische Feldlinien dagegen sind immer geschlossen — außerhalb des Magneten laufen sie vom Nord- zum Südpol, innerhalb des Magneten laufen sie weiter zum Nordpol zurück. Eine geschlossene Linie hat weder Anfang noch Ende, also gibt es auch keinen Punkt, an dem „magnetische Ladung“ säße. Daraus folgt: es gibt keine magnetischen Monopole — zerbricht man einen Stabmagneten, erhält man zwei vollständige Magnete mit je einem Nord- und einem Südpol.

NSaußen: Nord → Süd, immer geschlossen
Geschlossene Feldlinien statt Quellen
A2
Begründen — warum die Lorentzkraft das Tempo nicht ändert
AFB III

Ein Elektron fliegt in ein homogenes Magnetfeld. Begründe, warum sich seine Geschwindigkeit dem Betrag nach nicht ändert, obwohl ständig eine Kraft auf es wirkt.

Hinweis: Denke daran, in welche Richtung die Lorentzkraft immer zeigt.

Strategie: Überlege, wann eine Kraft einem Körper Energie überträgt — welchen Winkel müssen Kraft und Weg dafür einschließen?Warum so? Nur eine Kraftkomponente längs des Weges beschleunigt oder bremst; steht die Kraft senkrecht dazu, ändert sich nur die Richtung.
Lösungsskizze: F = q·v·B·sin α steht immer senkrecht auf v. Eine Kraft senkrecht zum Weg überträgt keine Energie, also bleibt die kinetische Energie und damit der Betrag von v konstant. Geändert wird nur die Bewegungsrichtung — daraus entsteht die Kreisbahn.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Die Lorentzkraft steht nach der Drei-Finger-Regel immer senkrecht auf der Geschwindigkeit. Energie überträgt aber nur die Kraftkomponente längs des Weges („Kraft mal Weg“); steht die Kraft senkrecht zum Weg, ist die übertragene Energie null. Damit bleibt die kinetische Energie ½mv² und folglich der Betrag der Geschwindigkeit unverändert. Was sich ändert, ist ausschließlich die Richtung von v — und weil die Kraft dabei immer senkrecht mitdreht, ergibt sich eine gleichförmige Kreisbewegung.

e⁻vF⊗ BF ⊥ v
F steht stets senkrecht auf v
A3
Herleiten — warum die Umlaufzeit nicht von v abhängt
AFB III

Zeige rechnerisch, dass die Umlaufzeit T eines geladenen Teilchens im homogenen Magnetfeld unabhängig von seiner Geschwindigkeit ist, und erkläre anschaulich, warum das plausibel ist.

Hinweis: Starte bei T = 2πr / v und setze den Radius ein.

Strategie: Schreibe zuerst die beiden Formeln auf, die du brauchst: den Zusammenhang zwischen Umlaufzeit, Radius und Bahngeschwindigkeit — und die Radiusformel aus dem Kräftegleichgewicht.Warum so? Wenn v sowohl im Zähler (über r) als auch im Nenner steht, kürzt es sich heraus — genau das ist der Kern der Aussage.
Lösungsskizze: T = 2π·r / v mit r = m·v/(q·B) ergibt T = 2π·m·v / (q·B·v) = 2π·m/(q·B). Anschaulich: Ein schnelleres Teilchen läuft zwar schneller, muss dafür aber auf einem entsprechend größeren Kreis genau die längere Strecke zurücklegen — beides hebt sich exakt auf.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Für eine Kreisbewegung gilt T = 2π·r / v. Aus dem Kräftegleichgewicht q·v·B = m·v²/r folgt r = m·v / (q·B). Einsetzen liefert T = 2π·m·v / (q·B·v) = 2π·m / (q·B) — die Geschwindigkeit kürzt sich vollständig heraus. Anschaulich heißt das: Verdoppelt man v, so verdoppelt sich auch der Radius und damit der Umfang der Bahn; das Teilchen legt die doppelte Strecke mit doppeltem Tempo zurück und braucht dafür genau gleich lange. T hängt also nur von der spezifischen Ladung q/m und von B ab — deshalb laufen alle Elektronen in einem gegebenen Feld synchron um.

r = m·v / (q·B)e⁻vF⊗ BF zeigt zur Mitte
Größerer Kreis, größeres Tempo — gleiche Zeit

Wie war es?

Wie gut konntest du deine Antworten ohne die Musterlösung formulieren?