MINT lernen

Leistung und Wirkungsgrad

Zehn Aufgaben, bei denen nicht das Ergebnis zählt, sondern der Begründungssatz.

Dein Fortschritt:
0 / 0 Aufgaben
3

Aufgabenblock — AFB III

Begründen statt nur rechnen: rückwärts arbeiten, Strukturen erkennen und eigene Begründungssätze formulieren, bevor du die Musterlösung aufklappst.

A1
Gleiche Energie, verschiedene Leistung?
AFB III

Beurteilen Sie in drei bis vier Sätzen, ob Jonas recht hat: „Ich bin die Treppe in 5,0 s hochgelaufen, Lea in 10,0 s. Also habe ich doppelt so viel Energie gebraucht.“ Beide haben dieselbe Masse und dieselbe Höhe überwunden.

Hinweis: Notieren Sie zuerst, welche Größe in \(P = \frac{E}{t}\) von der Zeit abhängt — und welche nicht.

Strategie: Trennen Sie Energie und Leistung sauber: In \(W = m \cdot g \cdot h\) kommt keine Zeit vor, in \(P = \frac{W}{t}\) dagegen schon.Warum so? Nur wenn beide Größen getrennt notiert sind, fällt auf, dass sich allein der Nenner ändert.
Lösungsskizze: gleiche Masse, gleiche Höhe → gleiche Zunahme der Lageenergie · Zeit halbiert → Leistung verdoppelt · die umgesetzte Energie bleibt unverändert · Jonas verwechselt Leistung mit Energie.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Jonas hat nicht recht. Die zum Heben nötige Energie \(W = m \cdot g \cdot h\) hängt nur von Masse und Höhe ab; da beide gleich sind, haben Jonas und Lea genau dieselbe Energie umgesetzt. Verdoppelt hat sich nicht die Energie, sondern die Leistung: Nach \(P = \frac{W}{t}\) bedeutet die halbe Zeit die doppelte Leistung. Jonas war also doppelt so schnell, nicht doppelt so „energiehungrig“ — er verwechselt Leistung mit Energie.

A2
Braucht der stärkere Wasserkocher mehr Energie?
AFB III

Widerlegen Sie die Behauptung, ein Wasserkocher mit 2000 W brauche für dieselbe Menge Wasser doppelt so viel Energie wie einer mit 1000 W.

Hinweis: Überlegen Sie, wie lange jedes Gerät läuft, und setzen Sie beides in \(E = P \cdot t\) ein.

Strategie: Rechnen Sie mit einer festen Nutzenergie, zum Beispiel 300 kJ, und bestimmen Sie für beide Geräte die Laufzeit.Warum so? Erst der Vergleich von \(P\) und \(t\) zeigt, dass sich die Verdopplung im Produkt \(P \cdot t\) wieder heraushebt.
Lösungsskizze: 300 kJ : 2000 W = 150 s · 300 kJ : 1000 W = 300 s · \(E = P \cdot t\) liefert beide Male 300 kJ · doppelte Leistung heißt halbe Zeit · der starke Kocher ist sogar etwas sparsamer, weil er kürzer Wärme an die Umgebung abgibt.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Die Behauptung ist falsch. Beide Kocher müssen dieselbe Nutzenergie ins Wasser bringen, etwa 300 kJ. Der 2000-W-Kocher schafft das in 300 000 J : 2000 W = 150 s, der 1000-W-Kocher braucht 300 s. Setzt man beides in \(E = P \cdot t\) ein, ergibt sich in beiden Fällen dieselbe Energie von 300 kJ — die doppelte Leistung wird durch die halbe Zeit genau ausgeglichen. In der Praxis ist der starke Kocher sogar minimal sparsamer, weil er in der kürzeren Zeit weniger Wärme an die Umgebung verliert.

A3
Woher die Formel für die elektrische Leistung kommt
AFB III

Leiten Sie her, wie sich \(P = U \cdot I\) aus der Definition \(P = \frac{E}{t}\) ergibt.

Hinweis: Die Spannung gibt an, wie viel Energie je Ladung übertragen wird, die Stromstärke, wie viel Ladung je Sekunde fließt.

Strategie: Schreiben Sie die beiden Definitionsgleichungen \(U = \frac{E}{Q}\) und \(I = \frac{Q}{t}\) auf und setzen Sie sie in \(P = \frac{E}{t}\) ein.Warum so? Der Umweg über die Ladung \(Q\) ist nötig, weil \(Q\) in der Endformel nicht mehr vorkommt — es kürzt sich heraus.
Lösungsskizze: \(U = \frac{E}{Q}\), also \(E = U \cdot Q\) · einsetzen: \(P = \frac{U \cdot Q}{t}\) · \(\frac{Q}{t} = I\) · also \(P = U \cdot I\) · Einheitenprobe: 1 V · 1 A = 1 J/C · 1 C/s = 1 J/s = 1 W.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Leistung ist definiert als \(P = \frac{E}{t}\). Die Spannung gibt die Energie je Ladung an, \(U = \frac{E}{Q}\), umgestellt also \(E = U \cdot Q\). Setzt man das ein, folgt \(P = \frac{U \cdot Q}{t}\). Der Bruch \(\frac{Q}{t}\) ist aber genau die Stromstärke \(I\), also bleibt \(P = U \cdot I\). Die Einheitenprobe bestätigt das Ergebnis: 1 V · 1 A = 1 J/C · 1 C/s = 1 J/s = 1 W.