MINT üben

Binomial- und Normalverteilung

Zehn Aufgaben zum Begründen, Nachweisen und Beurteilen — hier zählt das Argument, nicht nur die Zahl.

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Aufgabenblock — AFB III

Begründen, beurteilen, nachweisen: Hier zählt das Argument. Versuche jede Aufgabe erst selbst, bevor du die Musterlösung aufklappst.

A1
Null für jeden Einzelwert
AFB III

Begründe, dass für eine stetige Zufallsgröße P(X = a) = 0 gilt, obwohl der Wert a vorkommen kann.

Hinweis: Denke an Wahrscheinlichkeit als Fläche.

Strategie: Wahrscheinlichkeit = Fläche über einem Intervall.Warum so? Ein Punkt hat keine Breite.
Lösungsskizze: P(X = a) = ∫ₐᵃ f(x) dx.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Bei stetigen Zufallsgrößen ist eine Wahrscheinlichkeit die Fläche unter der Dichte über einem Intervall. Über dem „Intervall“ [a; a] hat die Fläche die Breite 0, also ist P(X = a) = ∫ₐᵃ f(x) dx = 0. „Möglich“ und „Wahrscheinlichkeit größer als 0“ fallen hier auseinander: Nur Intervalle positiver Länge haben positive Wahrscheinlichkeit.

A2
Doppelt so viele Befragte
AFB III

Beurteile die Aussage: „Verdoppelt man den Stichprobenumfang, wird die 95 %-Umgebung für den Anteil halb so breit.“

Hinweis: Untersuche, wie n in der Formel steht.

Strategie: n steht unter der Wurzel im Nenner.Warum so? Faktor 2 unter der Wurzel wirkt nur als √2.
Lösungsskizze: Breite ∝ 1 : √n.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Die halbe Breite ist 1,96 · √(p(1 − p) : n). Bei 2n wird sie mit 1 : √2 ≈ 0,71 multipliziert — sie sinkt nur um etwa 29 %. Halbiert wird die Breite erst bei vierfachem Umfang. Die Aussage ist falsch.

A3
Wendestellen der Glocke
AFB III

Weise nach, dass die Dichte der Normalverteilung ihre Wendestellen bei μ − σ und μ + σ hat.

Hinweis: Leite f zweimal ab (Kettenregel), der Vorfaktor spielt keine Rolle.

Strategie: Mit u = (x − μ)² : (2σ²) ist f = c · e^(−u).Warum so? Nullstellen von f″ bestimmen.
Lösungsskizze: f″(x) = c · e^(−u) · ((x − μ)² : σ⁴ − 1 : σ²).
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Mit c = 1 : (σ√(2π)) gilt f′(x) = −c · (x − μ) : σ² · e^(−(x−μ)²/(2σ²)) und f″(x) = c · e^(−(x−μ)²/(2σ²)) · ((x − μ)² : σ⁴ − 1 : σ²). Da die e-Funktion nie 0 ist, gilt f″(x) = 0 ⇔ (x − μ)² = σ² ⇔ x = μ ± σ. An beiden Stellen wechselt der Klammerterm das Vorzeichen, also liegen Wendestellen vor.