MINT üben

Vielecke und Prismen

Begründen statt nur rechnen: rückwärts arbeiten, Strukturen erkennen und eigene Begründungssätze formulieren, bevor du die Musterlösung aufklappst.

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Aufgabenblock — AFB III

Hier geht es nicht mehr ums bloße Anwenden — du sollst begründen, rückwärts arbeiten und Strukturen erkennen. Manche Aufgaben haben keine fertige Zahl als Lösung, sondern verlangen einen Begründungssatz. Bei diesen Aufgaben gilt: erst selbst denken, dann die Musterlösung öffnen — das Aufklappen zählt als erledigt.

A1
Verallgemeinern — Allgemeine Dreiecksformel
AFB III

Begründe in 3–4 Sätzen, warum die Formel A = ½ · g · h für jedes Dreieck gilt — egal ob spitzwinklig, rechtwinklig oder stumpfwinklig.

Hinweis: Denke an das Ergänzungsprinzip — zwei kongruente Dreiecke ergeben zusammen ein Parallelogramm mit Fläche g · h.

Strategie: Nimm ein beliebiges Dreieck mit Grundseite g und Höhe h. Verdopple es, indem du eine zweite, deckungsgleiche (kongruente) Kopie um 180° drehst und an einer Seite anlegst. Welche Figur entsteht?Warum so? Damit zeigst du: das doppelte Dreieck ist ein Parallelogramm — und dessen Fläche kennst du schon.
Lösungsskizze: Aus zwei kongruenten Dreiecken entsteht ein Parallelogramm mit Grundseite g und Höhe h. Dessen Fläche ist g · h. Ein einzelnes Dreieck ist also die Hälfte: A = ½ · g · h. Dass das auch bei stumpfwinkligen Dreiecken funktioniert, sieht man, wenn man die Höhe als Lot auf die (eventuell verlängerte) Grundseite zeichnet — das Verdoppeln klappt trotzdem.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Nimmt man ein beliebiges Dreieck mit Grundseite g und zugehöriger Höhe h, kann man eine zweite, kongruente Kopie um 180° drehen und an einer Seite anlegen — so entsteht stets ein Parallelogramm mit Grundseite g und Höhe h. Dessen Flächeninhalt ist nach der bekannten Parallelogrammformel APar = g · h. Da das Dreieck genau die Hälfte des Parallelogramms ist, folgt ADreieck = ½ · g · h. Diese Konstruktion funktioniert für spitzwinklige, rechtwinklige und auch stumpfwinklige Dreiecke gleichermaßen — bei stumpfwinkligen liegt die Höhe nur außerhalb der Grundseite, das Verdoppelungsprinzip bleibt aber gültig.

g h 2× Dreieck = Parallelogramm
Ergänzung zum Parallelogramm
A2
Rückwärts-Trapez — Höhe gesucht
AFB III

Ein Trapez hat den Flächeninhalt A = 84 cm² und parallele Seiten a = 14 cm und c = 10 cm. Berechne die Höhe h.

cm
Strategie: Schreibe die Trapezformel auf — A = ½ · (a + c) · h — und setze ein, was du weißt. Dann nach h umstellen.Warum so? Rückwärtsrechnen heißt: Formel sauber aufschreiben, einsetzen, Unbekannte isolieren.
Lösungsskizze: 84 = ½ · (14 + 10) · h = ½ · 24 · h = 12 · h. Beide Seiten durch 12 → h = 7 cm.
Musterlösung anzeigen

Gegeben: A = 84 cm², a = 14 cm, c = 10 cm

Formel: A = ½ · (a + c) · h

Einsetzen: 84 = ½ · (14 + 10) · h = ½ · 24 · h = 12 · h

Umstellen: h = 84 ÷ 12 = 7 cm

a = 14 cm c = 10 cm h = ? A = 84 cm²
Trapez — Höhe gesucht
A3
Vergleich Formeln — Trapez wird Parallelogramm
AFB III

Zeige in 2–3 Sätzen: Die Trapezformel A = ½ · (a + c) · h geht in die Parallelogrammformel A = a · h über, sobald a = c ist.

Was passiert beim Trapez, wenn die beiden parallelen Seiten gleich lang werden?

Strategie: Setze in der Trapezformel c = a ein und rechne aus, was übrig bleibt.Warum so? Wenn beide parallelen Seiten gleich lang sind, ist das Trapez ein Parallelogramm — die Formel muss das automatisch widerspiegeln.
Lösungsskizze: A = ½ · (a + c) · h. Mit c = a wird daraus A = ½ · (a + a) · h = ½ · 2a · h = a · h. Genau die Parallelogrammformel.
Musterlösung anzeigen

Musterlösung: Setzt man in der Trapezformel A = ½ · (a + c) · h die Bedingung c = a ein, ergibt sich A = ½ · (a + a) · h = ½ · 2a · h = a · h. Das ist genau die bekannte Parallelogrammformel. Geometrisch ist das auch sinnvoll: Wenn beim Trapez die obere parallele Seite c genauso lang wird wie die untere a, ist die Figur ein Parallelogramm. Die Trapezformel enthält die Parallelogrammformel also als Sonderfall.

Trapez → Parallelogr. wenn a = c
Sonderfall: a = c

Reflexion — was hast du mitgenommen?

AFB III bedeutet: nicht nur rechnen, sondern verstehen, warum. Du hast geübt:

  • Verallgemeinern — eine Formel gilt nicht durch Zufall, sondern hat einen geometrischen Grund (Ergänzungsprinzip beim Dreieck).
  • Rückwärtsrechnen — Formeln nach unbekannten Größen umstellen (Höhe aus Fläche bzw. Volumen).
  • Strukturen erkennen — Trapez und Parallelogramm gehören zur selben Formelfamilie; Volumen hängt nur vom Flächeninhalt der Grundfläche ab.
  • Optimieren — bei gegebenem Volumen hat der Würfel die kleinste Oberfläche.
  • Modellieren — reale Gegenstände als Prisma sehen und Maße schätzen/messen/rechnen.

In der Klassenarbeit zählt eine saubere Begründung oft genauso viel wie das richtige Ergebnis. Schreibe immer einen Antwortsatz mit Einheit.