MINT üben

Ökologie

Vom Ökogramm bis zur Energiebilanz — erst den Zusammenhang finden, dann die Lösung.

Dein Fortschritt:
0 / 0 Aufgaben
2

Aufgabenblock — AFB II

Zehn Aufgaben, in denen Wissen aus mehreren Unterkapiteln zusammenkommt: Befunde erklären, Daten deuten, Beziehungen einordnen. Drei gestufte Tipps helfen beim Ansatz.

A1
Vier Beziehungen zwischen Arten
AFB II

Vergleichen Sie Konkurrenz, Räuber-Beute-Beziehung, Parasitismus und Symbiose, indem Sie in jeder Zeile genau ein Kreuz setzen.

Setzen Sie in jeder Zeile das passende Kreuz — hier ist es genau eins pro Zeile. Enter setzt und löscht.
Merkmal oder BeispielKonkurrenzRäuber-BeuteParasitismusSymbiose
Beide Partner haben einen Nachteil (−/−).
Ein Partner tötet den anderen sofort und frisst ihn.
Der Nutznießer lebt längere Zeit an oder in einem einzigen Individuum, das meist überlebt.
Beide Partner haben einen Vorteil (+/+).
Pilzhyphen umspinnen die Wurzeln einer Kiefer und tauschen Mineralsalze gegen Zucker.
Eine Mistel zapft die Leitungsbahnen einer Pappel an und entzieht ihr Wasser und Mineralsalze.
Ein Wanderfalke schlägt eine Stadttaube im Flug.
Buche und Traubeneiche beschatten sich gegenseitig im Kronendach.
Entscheidend ist die Bilanz für beide Partner: −/− Konkurrenz, +/− mit sofortigem Tod Räuber-Beute, +/− ohne raschen Tod Parasitismus, +/+ Symbiose. Die Mistel betreibt zwar Fotosynthese, entzieht dem Wirt aber Wasser und Mineralsalze — sie ist ein Halbparasit.
Notieren Sie zu jeder Zeile, wer gewinnt und wer verliert (+, −).
Räuber und Parasit schaden beide ihrem Gegenüber — unterscheiden Sie nach Dauer und Tod.
Konkurrenz: Zeilen 1 und 8 · Räuber-Beute: 2 und 7 · Parasitismus: 3 und 6 · Symbiose: 4 und 5.
Lösung anzeigen
Konkurrenz ist die einzige Beziehung, bei der beide Partner Nachteile haben, weil sie dieselbe knappe Ressource nutzen — z. B. Licht im Kronendach von Buche und Eiche. Räuber und Parasit ziehen beide Vorteil aus ihrem Gegenüber; der Räuber tötet seine Beute jedoch sofort (Wanderfalke), der Parasit lebt längere Zeit von einem Wirt, der meist überlebt (Mistel als Halbparasit). In der Symbiose profitieren beide, etwa bei der Mykorrhiza aus Pilz und Kiefernwurzel.
A2
Zwei Wasserlinsen in einem Becken
AFB II
Material: Versuch mit Wasserlinsen

Die Kleine Wasserlinse und die Buckelige Wasserlinse wachsen jeweils allein in Becken mit gleicher Nährlösung und gleicher Beleuchtung gut und erreichen stabile Bestände. In einem gemeinsamen Becken bedeckt nach acht Wochen fast nur noch die Buckelige Wasserlinse die Oberfläche; sie bildet luftgefüllte Polster und schiebt sich über die andere Art.

Erklären Sie das Versuchsergebnis: Markieren Sie alle zutreffenden Aussagen.

Mehrere Antworten können richtig sein. Markieren Sie alle zutreffenden und klicken Sie dann auf „Prüfen“.
Die Reinkulturen zeigen, dass beide Arten unter den Versuchsbedingungen gedeihen können. Erst die interspezifische Konkurrenz um Licht und Platz verdrängt die Kleine Wasserlinse. Im Freiland mit schwankenden Bedingungen und mehr Nischendimensionen ist ein Nebeneinander möglich.
Vergleichen Sie Reinkultur und Mischkultur: Was ändert sich allein durch die zweite Art?
Wasserlinsen sind Pflanzen — sie konkurrieren, sie fressen einander nicht.
Drei Aussagen stimmen: gleiche Ressourcen, Beschattung, Konkurrenzausschluss.
Lösung anzeigen
In Reinkultur wachsen beide Arten gut; die Bedingungen liegen also in ihrem Toleranzbereich. Im gemeinsamen Becken konkurrieren sie um dieselben begrenzten Ressourcen — Licht, Mineralsalze und Platz an der Oberfläche. Die Buckelige Wasserlinse schiebt sich mit ihren Luftpolstern über die Kleine und beschattet sie; diese wird verdrängt. Das bestätigt das Konkurrenzausschlussprinzip für den Laborversuch. Über das Freiland sagt der Versuch nichts aus, denn dort wirken weitere Faktoren.
A3
Kohlenstoffdioxid im Nordpazifik
AFB II
Material: Flügelschnecken und Lachse

Flügelschnecken sind wenige Millimeter große Meeresschnecken mit einer dünnen Kalkschale. Sie gehören zum Zooplankton und sind im Nordpazifik eine Hauptnahrung junger Buckellachse. Messungen zeigen: Wo der pH-Wert des Meerwassers gesunken ist, sind die Schalen der Flügelschnecken dünner und teilweise angelöst.

Erläutern Sie die Auswirkungen des anthropogenen Treibhauseffekts auf diese Nahrungskette, indem Sie den Gedankengang Schritt für Schritt aufbauen.

Spielen Sie den Gedankengang Schritt für Schritt durch: Was ist jetzt richtig? Nur die richtige Karte bringt Sie weiter.
    Mehr CO₂ in der Luft → mehr CO₂ im Meer → sinkender pH-Wert → dünnere Kalkschalen und weniger Flügelschnecken → weniger Nahrung für junge Lachse → Folgen für die Endkonsumenten. Der Befund aus dem Material ist ein Beleg, keine vollständige Kausalkette: Auch Temperatur und Fischerei beeinflussen die Lachsbestände.
    Verfolgen Sie das CO₂ von der Atmosphäre ins Meer und dann durch die Nahrungskette.
    Gelöstes CO₂ bildet Kohlensäure — was bedeutet das für Kalk?
    CO₂ löst sich → pH sinkt → Schalenbildung gestört → weniger Nahrung für Lachse → Endkonsumenten betroffen.
    Lösung anzeigen
    Durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe steigt der CO₂-Gehalt der Atmosphäre; ein Teil löst sich im Meer und bildet Kohlensäure, der pH-Wert sinkt. Dadurch stehen weniger Carbonat-Ionen zur Verfügung, und Flügelschnecken bilden ihre Kalkschalen schlechter — das Material zeigt dünnere, angelöste Schalen. Gehen die Flügelschnecken zurück, fehlt jungen Buckellachsen eine Hauptnahrung; der Stofffluss in der Nahrungskette wird schwächer, und auch Räuber der Lachse sind betroffen. Da weitere Faktoren wirken, stützen die Daten diesen Zusammenhang, beweisen ihn aber nicht allein.