Wiesengräser im Grundwasserversuch
AFB I–IIIAuf Wirtschaftswiesen Mitteleuropas wachsen häufig Glatthafer, Wiesenfuchsschwanz und Aufrechte Trespe. Um ihre Ansprüche an die Wasserversorgung zu untersuchen, legte der Ökologe Heinz ELLENBERG in den 1950er-Jahren einen Versuch an (M1). Die Ergebnisse zeigt M2.
Ein langes, schräg liegendes Beet wurde mit einheitlichem Boden gefüllt und von unten mit Wasser gespeist. Dadurch lag das Grundwasser am unteren Ende nur 10 cm, am oberen Ende 130 cm unter der Bodenoberfläche. In einem Teil des Beets wurde jede Grasart für sich ausgesät (Reinkultur), in einem anderen Teil alle drei Arten gemeinsam (Mischkultur). Licht, Temperatur und Düngung waren überall gleich. Nach zwei Jahren wurde die oberirdische Trockenmasse jeder Art bestimmt.
| Grundwasser unter Oberfläche | 10 cm | 30 cm | 50 cm | 70 cm | 90 cm | 110 cm | 130 cm |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Glatthafer, Reinkultur | 30 | 70 | 100 | 95 | 75 | 50 | 30 |
| Glatthafer, Mischkultur | 15 | 55 | 95 | 90 | 65 | 35 | 15 |
| Wiesenfuchsschwanz, Reinkultur | 70 | 95 | 100 | 80 | 55 | 35 | 20 |
| Wiesenfuchsschwanz, Mischkultur | 60 | 45 | 10 | 5 | 5 | 0 | 0 |
| Aufrechte Trespe, Reinkultur | 20 | 50 | 80 | 100 | 95 | 80 | 65 |
| Aufrechte Trespe, Mischkultur | 0 | 5 | 10 | 20 | 40 | 60 | 55 |
- Beschreiben Sie die Ergebnisse für den Wiesenfuchsschwanz in Rein- und Mischkultur (M2).
- Vergleichen Sie physiologische und ökologische Potenz der drei Grasarten gegenüber dem Grundwasserstand.
- Erklären Sie, warum der Glatthafer in Mischkultur sein Optimum behält, während Wiesenfuchsschwanz und Aufrechte Trespe an die Ränder des Gradienten verdrängt werden.
- In einem Bestimmungsbuch heißt es: „Der Wiesenfuchsschwanz ist eine Nässe liebende Art feuchter Wiesen.“ Beurteilen Sie diese Aussage auf der Grundlage von M2.
