Sichelzellanämie in einer Familie
AFB I–IIDie Sichelzellanämie wird autosomal-rezessiv vererbt. In einer Familie, in der die Krankheit aufgetreten ist, soll geklärt werden, wer das Sichelzell-Allel (HbS) trägt. Dazu wird aus Blutzellen DNA isoliert, ein 600 bp langer Abschnitt des β-Globin-Gens per PCR vervielfältigt, mit dem Restriktionsenzym MstII geschnitten und im Gel aufgetrennt (M2).
MstII schneidet an der Erkennungssequenz 5′-CCTNAGG-3′ (N = beliebige Base).
Codons 4 bis 8, Normal-Allel (HbA): 5′-ACT CCT GAG GAG AAG-3′
Codons 4 bis 8, Sichelzell-Allel (HbS): 5′-ACT CCT GTG GAG AAG-3′
Im 600-bp-Abschnitt liegt beim Normal-Allel nur diese eine MstII-Stelle; sie teilt ihn in Stücke von 400 bp und 200 bp (Modellwerte).
- Beschreiben Sie das Prinzip der Gelelektrophorese.
- Erläutern Sie mithilfe von M1, warum die beiden Allele nach dem MstII-Schnitt unterschiedliche Bandenmuster ergeben.
- Werten Sie M2 hinsichtlich der Genotypen und Phänotypen aller Familienmitglieder aus.
- Begründen Sie, warum man für die Diagnose das PCR-Produkt schneidet, statt es ungeschnitten aufzutrennen.
