Schafe ohne Feinde
AFB I–IIAuf der schottischen Insel Hirta wird eine verwilderte Population des Soay-Schafs seit Jahrzehnten Tier für Tier erfasst. Sie gilt als Musterbeispiel für die Regulation einer Population ohne Fressfeinde (M1, M2).
| Schafe im Herbst | Winterwetter | Sterblichkeit im Winter in % |
|---|---|---|
| 700 | mild | 4 |
| 850 | stürmisch, nasskalt | 9 |
| 1150 | mild | 12 |
| 1300 | stürmisch, nasskalt | 24 |
| 1650 | mild | 28 |
| 1900 | stürmisch, nasskalt | 58 |
Hirta, die Hauptinsel des Archipels St. Kilda im Nordatlantik, ist etwa 6 km² groß und seit 1930 unbewohnt; 1932 wurden dort gut 100 Soay-Schafe ausgesetzt. Es gibt keine Raubtiere, die Schafe werden weder gejagt noch gefüttert. Im Winter wächst kaum Gras. Die Tiere tragen Magen-Darm-Würmer, deren Larven mit dem Gras aufgenommen werden; bei hoher Dichte ist die Weide stärker mit Larven belastet. Der Bestand schwankt seit Jahrzehnten zwischen etwa 600 und über 2000 Tieren und bricht alle paar Jahre ein.
- Nennen Sie je zwei dichteabhängige und dichteunabhängige Faktoren, die nach M1 und M2 auf die Population wirken.
- Werten Sie M1 aus.
- Stellen Sie die Regulation der Schafpopulation als Regelkreis dar (Regelgröße, Sollwert, Stellgrößen, Störgröße).
- Erklären Sie, warum der Bestand nicht auf einem festen Wert bleibt, sondern immer wieder einbricht.
