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Nerven- und Hormonsystem

Der Milchspendereflex als Brücke zwischen Nerven und Hormonen, Pflegende mit verzögerter Wundheilung — Materialien auswerten und die Verknüpfung beider Systeme erklären.

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Wenn das Kind trinkt

AFB I–II

Beim Stillen fließt die Milch nicht sofort: Erst eine halbe bis eine Minute nach dem Anlegen setzt der Milchfluss ein („Milchspendereflex“). M1 zeigt die beteiligten Strukturen, M2 den Zeitbedarf der Teilschritte, M3 enthält zwei Beobachtungen.

M1Der Milchspendereflex (Schema)
Hypothalamusneurosekretorische Zellen3RückenmarkWeiterleitung zum Gehirn2BrustwarzeSaugreiz auf Mechanorezeptoren1HypophysenhinterlappenOxytocin wird ins Blut abgegeben4BrustdrüseMyoepithelzellen kontrahieren5AxoneBlutMilchflussErregung in NervenfasernTransport im Blut
Die Milch wird in Drüsenbläschen gebildet, die von kontraktilen Myoepithelzellen umhüllt sind. Oxytocin wird von neurosekretorischen Zellen des Hypothalamus gebildet und in ihren Axonendigungen im Hinterlappen gespeichert.
M2Zeitbedarf der Teilschritte (gerundete Richtwerte, vereinfacht)
TeilschrittDauer
Erregungsleitung in sensorischen Nervenfasern bis zum Hypothalamus (Strecke ≈ 0,5 m, ≈ 50 m/s)≈ 0,01 s
Saugen, bis die neurosekretorischen Zellen gemeinsam eine Salve von Aktionspotenzialen bilden≈ 10–40 s
Freisetzung von Oxytocin im Hinterlappen nach Beginn der Salve≈ 2–4 s
Transport von Oxytocin im Blut bis zur Brustdrüse≈ 10–20 s
Kontraktion der Myoepithelzellen bis zum Milchfluss≈ 5–10 s
Gesamtzeit vom Anlegen bis zum Milchfluss meist 30–60 s.
M3Beobachtungen

(1) Bei vielen stillenden Müttern setzt der Milchfluss bereits ein, wenn sie ihr Kind schreien hören — noch bevor es angelegt ist. (2) In einer klassischen Studie (NEWTON & NEWTON, 1948) wurde eine Mutter beim Stillen abgelenkt und unangenehmen Reizen ausgesetzt. Ihr Kind trank dann deutlich weniger Milch. Erhielt sie unter denselben Bedingungen eine Oxytocin-Injektion, trank das Kind fast so viel wie ohne Störung.

  1. Beschreiben Sie anhand von M1 den Ablauf des Milchspendereflexes.
  2. Vergleichen Sie den neuronalen und den hormonellen Abschnitt des Reflexes anhand von M1 und M2 hinsichtlich Geschwindigkeit und Art der Adressierung.
  3. Oxytocin löst auch Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur aus. Erklären Sie, warum Frauen in den ersten Tagen nach der Geburt beim Stillen häufig Kontraktionen der Gebärmutter („Nachwehen“) spüren.
  4. Deuten Sie die Beobachtungen (1) und (2) aus M3.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Folgen Sie den Nummern und unterscheiden Sie durchgezogene und gestrichelte Pfeile.
Hinweis zu Aufgabe b)
Welcher Abschnitt dauert Millisekunden, welcher Sekunden? Wer „weiß“ jeweils, welche Zelle das Signal erhält?
Hinweis zu Aufgabe c)
Hormone erreichen jede Zelle, die am Blutkreislauf liegt — entscheidend sind die Rezeptoren.
Hinweis zu Aufgabe d)
Der Hypothalamus erhält Informationen nicht nur vom Rückenmark, sondern auch aus anderen Hirnregionen; Stress aktiviert den Sympathikus.Deuten: Beobachtungen oder Messergebnisse mit dem physikalischen Modell in Zusammenhang bringen und ihre Bedeutung angeben.