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Krebs durch Mutationen

Vom Netzhauttumor im Kleinkindalter bis zum Antikörper gegen Brustkrebs — Forschungsbefunde zu Krebsgenen auswerten.

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Zwei Treffer bei Retinoblastom

AFB I–II

Das Retinoblastom ist ein bösartiger Tumor der Netzhaut, der fast nur bei Kleinkindern auftritt, weil sich die Netzhautzellen nur in den ersten Lebensjahren teilen. Es entsteht, wenn in einer Netzhautzelle beide Allele des Tumorsuppressorgens RB1 ausfallen. Das Protein RB hält die Zelle am Kontrollpunkt am Ende der G1-Phase an, solange kein Teilungssignal vorliegt. Alfred KNUDSON verglich 1971 erbliche und nicht erbliche (sporadische) Fälle (M1, M2).

M1Erbliche und sporadische Form im Vergleich (gerundete Richtwerte)
Merkmalerbliche Formsporadische Form
Anteil aller Fälleca. 40 %ca. 60 %
betroffene Augenmeist beideimmer eines
Tumoren je Augeoft mehrereeiner
Alter bei Diagnosemeist im 1. Lebensjahrmeist im 2.–3. Lebensjahr
später weitere Tumoren (z. B. Knochen)erhöhtes Risikonicht erhöht
M2Stammbaum einer Familie mit erblichem Retinoblastom
IIIIIII-1I-2II-1II-2II-3II-4III-1III-2III-3Retinoblastomgesund
  1. Beschreiben Sie, wie Proto-Onkogene und Tumorsuppressorgene die Zellteilung beeinflussen, und ordnen Sie RB ein.
  2. Vergleichen Sie die erbliche und die sporadische Form des Retinoblastoms (M1).
  3. Erklären Sie die Unterschiede mithilfe der Two-hit-Hypothese.
  4. Erläutern Sie, warum die Veranlagung im Stammbaum (M2) dominant vererbt erscheint, obwohl RB1 auf Zellebene rezessiv wirkt.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Denken Sie an Gaspedal und Bremse.
Hinweis zu Aufgabe b)
Gehen Sie die Zeilen der Tabelle durch und formulieren Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Hinweis zu Aufgabe c)
Wie viele Treffer muss eine Netzhautzelle bei jeder Form noch erleiden?
Hinweis zu Aufgabe d)
Unterscheiden Sie die Ebene der Zelle und die Ebene der Familie.Erläutern: Einen Sachverhalt so darstellen, dass Zusammenhänge und Bedingungen verständlich werden.